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Hobby Schnitzen Hobby Schnitzen: Geschickte Hände gefragt

Von iris richter 17.11.2013, 15:58
Unter geschickten Händen entsteht aus einem Rohling ein Tannenbaum.
Unter geschickten Händen entsteht aus einem Rohling ein Tannenbaum. hartmut krimmer Lizenz

drossdorf/MZ - Da ist er der Geruch der ersten Räucherkerze des Jahres. Wenngleich es noch ein paar Tage hin ist bis Weihnachten ins Droßdorfer Gemeindezentrum passt der Duft an diesem Sonnabendnachmittag. Schließlich stehen hier überall auf den Tischen Pyramiden, Schwibbögen oder andere weihnachtliche Dekorationen - alles liebevolle Handarbeiten der im Droßdorfer Heimatverein organisierten Schnitzergruppe. Die hatte am Sonnabend zum 10. Mal zu einem öffentlichen Schnitzertag eingeladen und zahlreiche Interessenten waren der Einladung gefolgt und kamen zum Schauen aber auch um sich selbst mit den Schnitzwerkzeugen zu versuchen.

So wie Anke Weist und Sohn Felix aus Nonnewitz. „Wir waren zwar schon zweimal hier, aber eigentlich sind wir blutige Anfänger. Mich interessiert das einfach. Ich bin bei uns im Ort im Heimatverein, da basteln wir viel“, sagt die 40-Jährige. Bevor es losgeht, legt Heinz Wels, Mitbegründer der Droßdorfer Schnitzergruppe, den beiden einen Daumenschutz aus Pflaster an, reicht ihnen ein Stück Holz, gibt eine kurze Einweisung und schon legen die beiden los und lassen ihr Geschick walten.

Schwibbogen und Pyramiden

Heike Engelhardt aus Frauenhain ist da schon ein Stück weiter. Seit Januar kommt die 48-Jährige regelmäßig zu den monatlichen Treffen der Gruppe und versucht aus einem großen Stück Lindenholz einen weihnachtlichen Kerzenständer mit Baum zu zaubern. Ein fertiges Exemplar steht bereits vor ihr. „Eigentlich hat mich die Schnitzerei schon immer interessiert, aber es passte vorher nie. Heute ärgere ich mich fast, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe und hierher gekommen bin“, meint sie, deren Traum es ist irgendwann einmal eine große Pyramide selbst zu fertigen.

Eine kleinere Pyramide hat 11-jährige Julius Graul in diesem Jahr schon gefertigt und auch einen Schwibbogen. Mit dem tritt der junge Stolzenhainer im Advent bei einem Wettbewerb im erzgebirgischen Stollberg an. Hier können Amateurschnitzer ihre Schwibbögen ausstellen, die dann vom Publikum bewertet werden. Mehrfach waren die Droßdorfer dort schon erfolgreich. „Seit 2008 macht unsere Schnitzergruppe dort mit. Diesmal sind fünf Mitglieder dabei“, berichtet Heinz Wels bevor er sich wieder den jugendlichen Teilnehmern des Schnitzertages widmet und ihnen Tipps gibt.

Auch Klöppeln steht auf dem Programm

Das macht auch Eberhard Glück, der vor 15 Jahren diese Form der Holzbearbeitung zum Hobby gemacht hat. Seine Enkel Max-Julius (12) und Eric-Leon(9) Jahns konnte er dafür schon begeistern. Die beiden mühen sich am Sonnabend aus einem Stück Holz Bäume und Hasen zu zaubern. „Mir macht das solchen Spaß, wenn ich einmal anfange, will ich gar nicht wieder aufhören“, sagt Max-Julius Jahns und ist gleich wieder in seine Handwerkelei vertieft.

Doch nicht nur den Schnitzern des Heimatvereins können die Besucher am Sonnabend über die Schulter schauen, auch Klöpplerinnen zeigen ihr Können. Selbst Basteleien und Strickarbeiten können bestaunt werden, denn die Freunde dieser Handarbeiten sind längst bei den monatlichen Treffen der Droßdorfer Schnitzer dabei. Und schließlich ist auch für das leibliche Wohl der Akteure gesorgt. 70 Portionen Essen haben die Frauen gekocht. „Dabei gilt unser Dankeschön Waltraud Seeger, die schon über 80 ist und uns immer tatkräftig bei den Veranstaltungen unterstützt“, spricht Vereinschefin Monika Wesser für viele im Verein.

Heike Engelhardt (vorne) und Britta Tympel sind zwei von insgesamt sechs Frauen, die sich in der Droßdorfer Schnitzergruppe regelmäßig treffen und hier ihrem Hobby frönen.
Heike Engelhardt (vorne) und Britta Tympel sind zwei von insgesamt sechs Frauen, die sich in der Droßdorfer Schnitzergruppe regelmäßig treffen und hier ihrem Hobby frönen.
hartmut krimmer Lizenz