Geplante Gedenktafel löst einen heftigen Streit aus
ZEITZ/MZ. - Zeitz schlägt touristisch zu wenig Kapital aus solchen Ereignissen, meint zumindest Stadtrat Norbert Hörig (Wir / Unabhängige). Und das nun auch noch das geplante Anbringen einer Gedenktafel am Sonntag geplatzt ist, gilt für ihn als neuerlicher Beweis dafür. Aus dem Rathaus bekam Hörig nicht nur den Bescheid, dass Oberbürgermeister Ulf Altmann (CDU) nicht teilnehmen werde, sondern dass das Anbringen von Gedenktafeln eines Stadtratsbeschlusses bedürfe. Außerdem sei der für die Tafel vorgeschlagene Text "aus fachlicher Sicht nicht korrekt", teilte die Stellvertreterin des im Urlaub befindlichen OB, Rainhilde Beret, in einem Schreiben an Hörig mit.
"Darauf hin habe ich den Termin am Sonntag abgesagt", erklärte Hörig gegenüber der MZ. Als Reaktion auf das Schreiben wirft er dem Oberbürgermeister jedoch Untätigkeit vor: "Es war genügend Zeit gewesen, einen entsprechenden Stadtratsbeschluss zu fassen. Der Oberbürgermeister hätte das längst beantragen können."
Schließlich sei das Anbringen der Gedenktafel lange geplant gewesen. Man habe Gäste eingeladen, die man nun alle wieder ausladen müsse. "Das ist höchst peinlich und schadet dem Ruf der Stadt Zeitz", argumentiert Hörig. Vor knapp einem Jahr sei an der Stelle, wo das Generalstreffen vor 202 Jahren stattgefunden hat, an der Ecke Geraer und Stephanstraße, bereits ein von der Mibrag gesponserter Gedenkstein aufgestellt worden. Bereits damals sei mit dem Amtsvorgänger des jetzigen OB ausgemacht worden, auch eine Gedenktafel anzubringen. Daran hat Hörig in den vergangenen Wochen in Briefen an das Rathaus erinnert. Auch von jenen, die die fachliche Betreuung des Vorhabens übernommen haben, gibt es einen Brief ans Rathaus. Der Vorsitzende des Regionalverbandes des Vereins Fürstenstraße der Wettiner, Heinz Neuendorf aus Bad Sulza, hatte darin auf die Peinlichkeit gegenüber den für Sonntag geladenen Gästen aufmerksam gemacht, denen man nun abgesagt habe.
Rainhilde Beret weist die Vorwürfe an die Adresse des Rathauses zurück. "Herr Hörig war als Stadtrat bekannt, dass man eine Gedenktafel nicht so einfach anbringen kann", sagte sie gegenüber der MZ. Altmann ebenso wie dessen Amtsvorgänger hätten Hörig gesagt, er könne doch über seine Fraktion eine Beschlussvorlage für den Stadtrat einreichen. "Wir hätte auch Hilfestellung gegeben. Doch Herr Hörig hat nichts gemacht." Es könne daher keinen Rede davon sein, dass die Verwaltung untätige gewesen sei.