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Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Ein neuer Altar für Nißmas Kirche

Von Claudia Petasch 06.08.2012, 17:27

Nissma/MZ. - Groß ist er, massiv und aus hellem Holz - der neue Altar in der Kirche in Nißma. Bisher diente ein einfacher Tisch als Provisorium, jetzt zieht der große Holzaltar die Blicke der Kirchenbesucher auf sich. "Der Steinaltar, der hier mal stand, ging irgendwann nicht mehr", erklärt Gemeindekirchenrat Helmut Drosihn. Mit Spenden aus der Gemeinde und einem Zuschuss des Ortschaftsrates konnte ein massiver Holzaltar bei einem christlichen Versandhandel gekauft werden, erzählt Drosihn.

Und darüber freut nicht nur er sich sondern die gesamte Gemeinde, die seit vielen Jahren mit ihrem Engagement beweist, dass die Redewendung von der Kirche, die unbedingt im Dorf bleiben muss, in Nißma Programm ist. Mit der Anschaffung des Altars ist nun ein weiterer großer Schritt im Zuge der Sanierung des Gotteshauses getan. Und das, was hier in den letzten Jahren geschaffen wurde, kann sich wahrlich sehen lassen: Der Fußboden ist saniert, die Farbe an den Wänden strahlt, die Wandmalereien wirken frisch und kräftig, die Fenster - gesponsert von Bürgern - sind ebenfalls nur wenige Jahre alt. Auch von außen macht die kleine Dorfkirche etwas her, das Dach ist neu eingedeckt, das Mauerwerk neu verfugt. "In die ausgespülten Fugen passte stellenweise eine ganze Faust rein", beschreibt Drosihn.

All das und noch viel mehr sind die Ergebnisse der Bemühungen des Fördervereines Kirche Nißma, der sich 2005 gründete und nur ein Jahr später die ersten Bauarbeiten am Gebäude in Auftrag gab. "Zur 850-Jahr-Feier entstand der Wunsch, die Kirche wieder zu nutzen", erinnert sich Drosihn. Damals konnte man zwar den Festgottesdienst zum Dorfjubiläum in der Kirche feiern - aber nur, weil eine Notsicherung der Decke vorgenommen wurde. Denn es bestand Einsturzgefahr. Ständig eindringende Nässe hatte das Dach schwer geschädigt.

Viele Jahrzehnte wurde in dem Haus nichts gemacht. Die letzte Renovierung, bei der unter anderem auch das Dach neu gedeckt wurde, fand im Jahr 1927 statt, sagt der Gemeindekirchenrat. Gottesdienste wurden rund 30 Jahre lang nicht in dem Haus gefeiert. Erst als sich der Förderverein um das Objekt kümmerte, bewegte sich etwas. "Der Vereinsvorsitzende Lutz Schulze war der Motor, der alles voranbrachte", sagt Drosihn. Und mit alles meint er wirklich eine Rundum-Kur für die kleine Kirche mit ihrer runden romanischen Apsis. Auch das Glockenlaufwerk wurde dabei instand gesetzt. "Die läuten jetzt regelmäßig. Auf unsere Kirche können wir stolz sein", sagt der Gemeindekirchenrat, der auch als Ortsbürgermeister von Spora ehrenamtlich aktiv ist.

Zum evangelischen Pfarrbereich Kayna, der von Gemeindepädagogin Andrea Lippold-Horejsek betreut wird, gehören neben Nißma noch die Gemeinden Bröckau, Geußnitz, Hohenkirchen, Kayna, Spora und Würchwitz. Gottesdienste finden in Nißma regelmäßig statt, darüber hinaus bemüht sich die Kirchgemeinde mit dem Förderverein auch um Konzerte, etwa von Gesangvereinen. Das Nißmaer Gotteshaus wird zudem als Winterkirche genutzt. Heizungen unter den Bänken sorgen dafür, dass keiner frieren muss.