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Vier Deutsche Meister in einer Klasse

Von UTE OTTO 02.11.2008, 16:48

APOLLENSDORF/MZ. - Es war die 29. Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde des ADRK und zum ersten Mal fand dieser Ausscheid in Sachsen-Anhalt statt, unter Schirmherrschaft der Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke (CDU).

Siegmund Trebschuh, Beauftragter für Gefahrtierverordnung und Rasselisten des ADRK und Mitglied in der Wittenberger Bezirksgruppe, war jedenfalls davon überzeugt, dass die 31 Wettkampfteilnehmer auf dem Gelände am Fuße des Apollensberges optimale Bedingungen vorgefunden haben. Große zusammenhängende Ackerflächen braucht es, schließlich muss für jeden Wettkampfteilnehmer eine Fährte gelegt werden. Da ist es für den gastgebenden Verein ein großer Vorteil, dass er mit nur einem Besitzer, in diesem Fall der Agrargenossenschaft, über die Nutzung verhandeln muss. Dass der Acker zudem mit Wintersaat bewachsen ist, kommt dem Wettkampf entgegen: "Es sind die Bodenverletzungen, die die Hunde riechen", erklärte Trebschuh. Auch das Wetter war in Ordnung, ein bisschen Feuchtigkeit sei sogar gut. "Wir hatten auch schon Meisterschaften bei strömendem Regen - da wird es natürlich schwierig."

Fünf Fährtenleger waren Sonnabend und Sonntag frühmorgens kreuz und quer über den Acker gegangen, nach einem genau festgelegten Muster allerdings: 1 200 bzw. 1 800 Schritt lang müssen die Fährten für die beiden Prüfungen FH 1 und FH 2 sein und eine bestimmte Anzahl von Winkeln und Schenkeln haben. Erst drei Stunden später dürfen die Hunde in die Spur. Sie müssen die Fährte erst einmal auf einem 20 Meter breiten Abschnitt finden und aufnehmen und binnen 30 Minuten bis zum Ende verfolgen. Jeder Hundeführer wird von einem Leistungsrichter begleitet. 70 Punkte sind nötig, um die Prüfung überhaupt zu bestehen, ein Ergebnis zwischen 96 und 100 Punkten gilt als vorzüglich. In der FH 1 erreichten vier Teilnehmer 97 Punkte - sie dürfen sich alle "Deutscher Meister" nennen. Mit der gleichen Punktzahl wurde auch der Titel in der FH 2 vergeben. Und mit 95 Punkten belegte der einzige Starter aus der Ortsgruppe Wittenberg, Jürgen Roggenbuck, mit Janko vom Moor-Hof den dritten Platz. Da es sich um einen Wettkampf des ADRK handelt, sind dafür auch nur Rottweiler zugelassen. Ansonsten verstehe sich der Klub "als seriöser Ansprechpartner für Fragen zur Zucht und Haltung von Hunden aller Rassen". Der Verband ist Fürsprecher des Hundeführerscheins, Trebschuh bedauert es, "dass so wenig davon Gebrauch gemacht wird". Wenn etwas passiere, "dann entweder aus Unbedarftheit oder Böswilligkeit des Halters", sagte er. Der ADRK habe sich aktiv in die Aussprache zum Hundegesetz in Sachsen-Anhalt eingebracht. "Bei der Gesetzesfindung braucht es Vernunft und nicht Aktionismus."