Landkreis Wittenberg Landkreis Wittenberg: Die schöne Jagd endet mit Gezerre
WÖRLITZ/MZ. - "Ich bin schwer begeistert. So eine herrliche Landschaft, die ich noch gar nicht kannte, und eine so wunderbare Jagd." Nicht nur aus prominentem, sondern auch aus berufenem Munde kommt der Lobgesang auf die sechste Fürst-Franz-Gedächtnisschleppjagd und ihren Veranstalter, den Anhaltischen Reit- und Fahrverein Wörlitzer Winkel unter Vorsitz von Holger Johannes. Schauspieler Till Demtrøder (u. a. Großstadtrevier) weiß wovon er spricht: Als passionierter Reitsportler ist er Mitglied der Mecklenburger Meute, hat schon viele Schleppjagden miterlebt, "bei denen mir immer viel von der Wörlitzer vorgeschwärmt wurde". Und er veranstaltet seit einigen Jahren selbst eine solche Reitjagd auf der Insel Rügen.
Während der Mime Autogramme schreibt, sich andere Gäste strecken und recken, nachdem sie von den Kutschen gestiegen sind, verteilen Jagdherr Holger Johannes, Master Gabriel Rodenberg und Eduard von Anhalt in Vertretung der Schirmherrin Edda Darboven die Brüche (Eichenzweige) an die Jagdteilnehmer, die sich dann gegenseitig beglückwünschen mit "Halali, Halali". Die Betonung liegt übrigens auf der zweiten Silbe. Indessen beantwortet Inken Libau - sie gehört zu den Piceuren, die die Hunde "im Appell" halten - geduldig die vielen Fragen der Schaulustigen zur Mecklenburger Meute. Von den 40 Irish Foxhounds im Zwinger des Schleppjagdvereins "Freiherr von Esebeck" auf Gut Dalwitz durften an diesem Sonnabend 23 in Wörlitz mit auf die 30 Kilometer lange Pansenspur gehen.
Sie aufzunehmen, zu verfolgen und sich nicht durch Fuchs, Hase oder wie laut Liebau am Sonnabend geschehen durch Rehe ablenken zu lassen, das ist ganz harte Arbeit für die Spürnasen. Die wird am Ende beim Curreé mit echtem Rinderpansen belohnt. Mächtiges Gezerre gibt es darum in der Meute und nachdem auch das vorbei ist, fällt mancher Hund auf der Stelle um und schläft.
Den Pansen haben Jürgen und Anita Albrecht von der Gräfenhainichener Fleischerei Herziger geholt und zum Stelldichein an der Luisenklippe gebracht. Und obwohl Albrechts von Anbeginn jede der Wörlitzer Schleppjagden miterlebt haben und ihnen als Brandhorster die Gartenreich-Landschaft täglich vor Augen ist, kommen auch sie nicht aus dem Schwärmen heraus: "Heute war es eine ganz besonders schöne Jagd."