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Kreis Wittenberg Kreis Wittenberg: Reinharz und die starken Männer

02.05.2011, 18:19

REINHARZ/MZ/JAS. - Der größte Teil stammt aus Berlin, und auch vom Gewicht her ist er mit seinen "Tauwürmern" eher zu den Leichtgewichten zu zählen. Das Wettkampfgewicht jeder achtköpfigen Mannschaft wird beim Wiegen festgestellt. Erst dann wird sich auf der Reinharzer Wiese versammelt und das Seil in die Hände genommen. Zum zweiten Mal findet die Meisterschaft im Tauziehen bereits in Reinharz parallel zum traditionellen Maifest statt, das von der freiwilligen Feuerwehr und dem Verein organisiert wird.

Auch in den Jahren davor hat das Fest der Reinharzer schon verschiedene Meister hervorgebracht: "Wir haben beispielsweise schon Waldarbeitermeisterschaften gemacht", erinnert sich Steffen Görke. Als Wettkampfrichter ist er immer mit dabei. "Ich finde es gut, dass hier jährlich was auf die Beine gestellt wird", sagt er. Schwierig sei seine Aufgaben beim Tauziehen kaum.

Mit organisiert hat das Fest Christiane Appelt. "Wir möchten einfach, dass das Dorfleben nicht ausstirbt", sagt Appelt. Schließlich leben hier nur 160 Menschen, fügt ihr Mann, Bert Appelt, hinzu, der allen Helfern danksagt. Für die kleinen Gäste gibt es Kinderschminken, eine Hüpfburg oder Dosenwerfen.

Für die großen Besucher ist der Wettkampf im Tauziehen der Höhepunkt. Sieben Mannschaften haben sich für das Spektakel angemeldet. Auch die Titelverteidiger, die Reinharzer Bullen, sind wieder am Start. Doch sie haben Konkurrenz bekommen. "Wir haben geübt", sagt Andreas Hübner, Mannschaftskapitän der "Bockwurstbande blau". Stolze 768 Kilogramm bringen seine Jungs auf die Waage, und auch eine Frauenmannschaft ist unter den Startern. "Wir machen zum ersten Mal mit", sagt Mannschaftskapitän Sophia Schön, die auf die Idee zur Teilnahme kam und Freundinnen zum Mitmachen überredete.

Aber auch männliche Unterstützung hat sie sich geholt. René Paffoth sieht das Tauziehen nicht so verbissen. "Wir haben gedacht, dass wir noch schlechter sind", gibt er nach zwei verlorenen Runden - aber nicht ohne Stolz auf "die Mädels" - zu.

Etwas ernster nimmt da den Wettkampf schon Hübner. Er gibt Tipps und Tricks: Die Hacken richtig in die Erde bohren, bringe guten Halt. Handschuhe hingegen können, müssen aber nicht helfen. Am Ende gibt ihm der Ehrgeiz Recht. In einem spannenden Finale bezwingt die "Bockwurstbande blau" die Reinharzer. Sie nehmen den Siegerpreis mit nach Hause nach Splau: ein 50-Liter-Bierfass und ein Schwein.