Herberge lockt mit «Scheibe»
Weißenfels/MZ. - "Wir haben eine Scheibe!" Mit diesem Werbespruch animiert die Jugendherberge Nebra bereits seit drei Jahren Interessenten, mal näher auf die Internetseite zu schauen. Das hatten auch Lehrer und Eltern von Tagewerbener Grundschülern getan und den Drei-Tage-Ausflug nach Nebra gebucht, kurz bevor das Erlebniscenter Arche Nebra eröffnet wurde.
Herbergsvater Thomas Lindner und seine Mitarbeiter hatten ein informatives Programm für Klassenfahrten zusammengestellt. Nach der Stadtrundfahrt und dem Besuch des Heimathauses von Nebra am Anreisetag gehören auch Erläuterungen zur Himmelsscheibe dazu. So vorbereitet, geht es am zweiten Tag mit dem Kremser in Richtung Fundort der vor 3 600 Jahren vergrabenen und 1999 von Raubgräbern aus der Erde geholten archäologischen Kostbarkeit. Auf den Mittelberg hinauf, wo jetzt der Aussichtsturm steht, geht es zu Fuß. Die Wanderung führt durch den Wald hinauf. Am Ende des Weges können sich die Kinder bei einem Picknick stärken.
Doch der Besuch der Jugendherberge Nebra lohnt sich nicht nur wegen dieses Himmelsscheiben-Programms. Aus dem Burgenlandkreis sowieso, aber auch aus dem Landkreis Weißenfels, aus ganz Sachsen-Anhalt und sogar Hannover, München und Hamburg nutzen Gäste die Herberge im Unstruttal als Ausgangspunkt, um die Region kennen zu lernen. Naumburg mit dem Dom, dem Domschatzgewölbe, der Ringstraßenbahn, Freyburg mit der Neuenburg, dem Vater-Jahn-Museum und der Sektkellerei, das Kloster Memleben, der Kyffhäuser in Bad Frankenhausen können Ausflugsziele sein. Aber auch Nebra selbst hat neben der "Scheibe" noch einiges zu bieten. Die Natur gehört dazu. Wanderungen durch den Wald werden genauso angeboten wie Paddel- und Kanutouren auf der Unstrut. "Im Triasland kann man zu Wasser und zu Land auf Entdeckungstour gehen", sagt der Herbergsvater.
Im Jahr 2002 hat das DRK Sachsen-Anhalts die idyllisch gelegene Jugendherberge Nebra für seine Sommerferienfreizeit ausgewählt. Weil das Jugend-Rotkreuz (JRK) zu integrativer Ferienfreizeit einlädt, eignen sich die rollstuhlgerechten Unterkünfte in Nebra gut. "Es ist der 18. Kindersommer, der vorerst letzte in Nebra", sagt Kirsten Borchert vom JRK. Zwei Durchgänge seien vom 21. Juli bis 3. August und vom 5. bis 18. August geplant. Der Kindersommer wird für Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren veranstaltet. Behinderte dürfen bis zu 18 Jahren teilnehmen. "Für den zweiten Durchgang vom 5. bis 18. August können sich noch Jungen und Mädchen anmelden", sagt Frau Borchert. Allerdings keine behinderten Kinder und Jugendlichen mehr. Die Plätze für sie seien bereits ausgeschöpft.