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Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Neue Kreistagsmitglieder mit politischem Gewicht

Von Birger Zentner 27.05.2014, 18:19
Ganz weit wegpacken muss man die zur Seite gestellten Wahllokal-Schilder noch nicht: Am 15. Juni geht die Landratswahl in die zweite Runde.
Ganz weit wegpacken muss man die zur Seite gestellten Wahllokal-Schilder noch nicht: Am 15. Juni geht die Landratswahl in die zweite Runde. H. Krimmer Lizenz

Weissenfels/Zeitz/MZ - Das könnten im künftigen Kreistag lebhafte Dispute werden zwischen einem Rüdiger Erben (SPD) und möglicherweise einem Landrat Götz Ulrich (CDU). Aber auch die umgedrehte Konstellation würde Charme haben, wenn sich eine Landrätin Manuela Hartung (SPD) ein Rededuell mit CDU-Mann Arnd Czapek oder wahlweise Götz Ulrich liefert. Aber es entscheidet sich erst am 15. Juni, wer den bisherigen Landrat Harri Reiche (parteilos) beerben wird.

Klar ist aber, dass mit den beiden Landtagsabgeordneten Erben und Czapek - die auch gut Stimmen verbucht haben bei der Kreistagswahl mit 4184 und 4455 - mehr politisches Gewicht in das Gremium einzieht. Beide versicherten gestern auch noch einmal auf Nachfrage der MZ, dass sie gewillt sind, ihre Mandate anzunehmen, bloßer Stimmenfänger wollte keiner von beiden sein. Das gilt natürlich auch für Dieter Stier. Der CDU-Bundestagsabgeordnete (5328 Stimmen) bleibt bei der Stange. Ob er wieder Kreistagsvorsitzender wird, muss abgewartet werden. Aber als Mitglied der größten Fraktion hätte er gute Chancen. „Wenn meine Fraktion mich fragt, ob ich zur Verfügung stehe, würde ich für die Wahl antreten“, sagte Stier.

Wie weiter mit Uwe Kraneis?

Wo sich Czapek und Erben einordnen, bleibt ebenso abzuwarten. Während Erben nicht ausschließt, den Fraktionsvorsitz zu übernehmen, wenn es die SPD-Fraktion will, will sich Czapek erst einmal einarbeiten in die Themen.

Spannend wird übrigens sein, wie die SPD-Fraktion mit ihrem „abtrünnigen“ Mitglied Uwe Kraneis umgehen wird. Der hatte sich als SPD-Mann auf der Liste Bürgerbündnis Droyßiger-Zeitzer Forst (BBDZ) beworben, 2037 Stimmen bekommen und als einziger des BBDZ den Sprung erneut in den Kreistag geschafft. „Mich ärgert sein Verhalten zwar“, so Erben, der ja auch SPD-Kreisvorsitzender ist, „aber ich kann damit leben“. Allerdings habe Kraneis sehr wahrscheinlich gegen die SPD-Statuten verstoßen. Ob das für einen Ortsverein noch mal Anlass sein könnte, den Antrag für ein Parteiordnungsverfahren zu stellen, sei bislang offen, so Erben.

Die Wahl zum Kreistag bot natürlich auch einige Überraschungen. Eine ist sicher, dass Jan Wagner, Landtagsabgeordneter der Linken, gerade mal 401 Stimmen sammelte und nicht in den Kreistag kam. Da hatte zwar Linken-Kreisvorsitzender Reinhard Weber deutlich mehr Zuspruch von den Wählern bekommen, aber auch für ihn reichte es nicht. Das gilt auch für den ehemaligen Bundestagskandidaten der SPD, Florian Hüfner, der in der Wahl nichts reißen konnte. Auch Michael Kretschmer, Sprecher der Bürgerinitiative Droyßiger-Zeitzer Forst, bekam nur wenig Wählergunst zu spüren.

Tischner und Kaspereit scheitern

Überraschend ist anderseits, dass einige bekannte Gesichter im neuen Kreistag fehlen werden, weil sie den Sprung ebenso nicht schafften. Dazu gehören zum Beispiel die CDU-Männer Thomas Tischner und Hans-Willi Schubert. In der SPD traf es Sabine Kaspereit und Christian Gast, bei den Freien Wählern Karsten Bucksch, Aus der FDP schafften es die letzten Fraktionschefs Norbert Volk und Jens-Uwe Droese nicht wieder in den Kreistag. Und auch Einzelbewerber Volker Kohlmann, an dessen Auftritten sich die Kreistagsmitglieder verschiedentlich rieben, erreichte nicht die nötige Stimmenzahl, um wieder seinen Einzelplatz außerhalb aller Fraktionen zu besetzen.