«Schnee ist unser Kapital im Harz»
Sangerhausen/MZ. - Über Frau Holles Einsatz freuen sich auch die Landwirte: "Wir brauchen Schnee, Frost und Feuchtigkeit, sonst haben wir im Sommer mit einer Mäuseplage zu kämpfen", sagt Liane Franke von der Versuchsstation Hayn der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau. "Aber auch die Kulturen auf den Feldern benötigen dringend diese Winterabhärtung. Sie hatten jetzt im Januar bereits Frühjahrserwachen gezeigt. Wenn der Schnee jetzt liegen bleiben würde und sich noch knackiger Frost einstellte, wäre das ideal für die Landwirtschaft." In Hayn waren bis zum frühen Vormittag bereits 20 Zentimeter Schnee gefallen. Da der Nordwind etwa mit Stärke 6 pustete, kam es in diesem Bereich ebenfalls zu Verwehungen.
Mit acht eigenen und fünf Fremdfahrzeugen war die Autobahn- und Straßenmeisterei Oberröblingen auf den 323 Kilometer Straßen im Landkreis und den 32 Autobahn-Kilometern im Einsatz. "Probleme bereiteten die Schneeverwehungen im Vorharz und Harz", sagt Gert Naumann vom Landesbetrieb Bau, Außenstelle Süd. Dies habe zu Behinderungen geführt. Insgesamt elf Verkehrsunfälle seien am Montag auf die winterlichen Bedingungen zurückzuführen, so Bernd Richter, Leiter des Sangerhäuser Polizeireviers, gegenüber der MZ. Sie gingen allesamt glimpflich mit Blechschäden ab. Mit 4 000 Euro Schaden besonders "teuer", war am Montag 9 Uhr ein Unfall auf der Erfurter Straße. Im Feierabendverkehr mussten viele, die aus Sangerhausen raus wollten, Geduld aufbringen. Der Verkehr floss beispielsweise nur sehr langsam Richtung Autobahn und Oberröblingen.
Begeistert vom Schnee sind natürlich die Kinder. Obwohl der Flockenwirbel vor allem den Schulkindern der Harzregion und aus dem Leinetal längere Wartezeiten auf den Schulbus bescherte. Wie von Ralph Prokein von der Verkehrsgesellschaft Südharz zu erfahren war, mussten die Schüler aus Grillenberg und dem Leinetal, die nach Sangerhausen zur Thomas-Müntzer-Schule wollten, 20 Minuten bzw. eine Viertelstunde länger als gewöhnlich warten. Verspätungen gab es auch für die Schwendaer, die nach Rottleberode und Hayn zur Schule gefahren werden, sowie für die Stolberger Sonderschüler. Auch die Einzinger und Niederröblinger Jungen und Mädchen waren nicht pünktlich in Allstedt.