Sangerhausen Sangerhausen: Wasser-Parameter im Netz
Sangerhausen/MZ. - Der Trinkwasserzweckverband (TZV) Südharz hat endlich reagiert: Neuerdings veröffentlicht er wichtige Parameter zur Qualität des Trinkwassers im Internet - untergliedert nach Versorgungsgebieten und einzelnen Orten oder Ortsteilen. Die Tabelle zeigt auch, wo die Grenzwerte bestimmter Schadstoffe zurzeit überschritten werden, nämlich der Uran-Gehalt in Winkel und Emseloh sowie der Sulfat-Wert in Roßla. Und genau diese Veröffentlichungen hatten Bürger immer wieder gefordert.
Das große öffentliche Interesse kann Ernst Hofmann, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Verbandes, nicht recht nachvollziehen: "Wir sind an den Problemen seit Jahren dran und unternehmen große Anstrengungen, um die Wasserqualität in Allstedt oder Emseloh zu verbessern." Außerdem sei der Altkreis Sangerhausen kein Einzelfall in Deutschland oder Europa, Uran gebe es auch anderswo im Trinkwasser. "Wir sind aber schon ziemlich weit vorangeschritten, um die Problematik in den Griff zu bekommen und investieren entsprechend." Deshalb werde der Bereich Allstedt für den Anschluss ans Fernwasser vorbereitet und es würden verschiedene Anlagen weiter verbessert, etwa Brunnen, Leitungen, Bachfassungen oder Hochbehälter.
Walter Licha aus Sangerhausen gehört zu den Bürgern, die schon seit langem die Veröffentlichung der Wasser-Parameter eingefordert haben. So, wie es das Informationszugangsgesetz besagt. Inzwischen hat er sogar die Justiz bemüht und beim Verwaltungsgericht in Halle Gehör gefunden. Das Gericht habe zwar kein Urteil gefällt, aber seinem Antrag stattgegeben, sagte Volker Albrecht, Sprecher des Verwaltungsgerichts am Montag in Halle. Licha kann nun also Einsicht in die Unterlagen zu den Uran-Messwerten nehmen und sich auch darüber informieren, wie sich etwa der bereits erfolgte Einbau von Uran-Filtern auf die Gebührenkalkulation im Verbandsgebiet - sprich den Trinkwasserpreis - auswirkt. Einsicht in die Unterlagen zu den Filtern zu nehmen, wird ihm allerdings verwehrt.
Bereits Ende 2006 gab es erste Messungen, wonach in einigen Brunnen im Altkreis Sangerhausen der Uran-Gehalt höher als der damalige Richtwert und jetzige Grenzwert von zehn Mikrogramm je Liter lag. Das wurde aber erst im August 2008 durch eine Veröffentlichung der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch bekannt. Da hatte der TZV Südharz bereits einen Brunnen außer Betrieb genommen. Später wurden mehrere Filteranlagen installiert und Konzeptionen entwickelt, um besonders belastete Gebiete wie Allstedt oder Emseloh mit Fernwasser aus der Rappbodetalsperre zu versorgen. Zurzeit wird eine Fernwasserleitung von Mittelhausen nach Winkel gebaut. Im kommenden Jahr soll der Bereich Allstedt ebenfalls Rappbodewasser erhalten. Emseloh wird demnächst mit Bachwasser aus Blankenheim versorgt.