Kylische Straße 37 in der Sangerhäuser Innenstadt Kylische Straße 37 in der Sangerhäuser Innenstadt: Denkmalschutz gegen Abriss

SANGERHAUSEN - Auch nach Monaten der Diskussion ist die Zukunft des denkmalgeschützten Hauses Kylische Straße 37 in der Sangerhäuser Innenstadt weiter offen. Nach Angaben der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), der das Gebäude gehört, hat die zuständige Obere Denkmalschutzbehörde einen Abbruchantrag für das aus dem 16. Jahrhundert stammende Gebäude abgelehnt.
Sehr viel Fördergeld nötig
Deshalb hat das kommunale Unternehmen nun eine Sanierungsvariante erarbeitet und bei der Behörde eingereicht. Krux dabei: Das Projekt ist teuer. „Weit über eine Million Euro an Fördermitteln müsste in das Haus fließen“, sagt Bernd Schneeberg, Abteilungsleiter bei der SWG: Er persönlich glaube nicht, dass sich der Aufwand lohne. Die SWG favorisiert deshalb weiter einen Abriss des leerstehenden Hauses. Unser Ziel ist es, mit einem funktionalen neuen Gebäude, die Innenstadt aufzuwerten. Geplant ist, bei dem Neubau die Fassade so wiederherzurichten, dass sie der heutigen gleicht. Ansonsten sollen auf dem 1 000 Quadratmeter großen Grundstück wieder ein Wohn- und Geschäftshaus mit einem größeren Einzelhandelsgeschäft sowie bis zu acht Wohnungen entstehen, sagte der zuständige Architekt Reinhard Pescht.
Pescht hatte im Januar bereits die Mitglieder des Sanierungsausschusses auf den schlechten Bauzustand aufmerksam gemacht: Das Fundament des Hauses sei nicht ausreichend, das Fachwerk verrottet und die Deckenkonstruktion zu klein dimensioniert. „Ich kann aufgrund der Schäden dem Bauherren keine Sanierung empfehlen“, sagte er. Konkrete Zahlen, was ein Neubau oder eine Sanierung kosten würden, nennt die SWG aber nicht.
Entscheidung in zwei Monaten
Die Wohnungsbaugesellschaft rechnet nun mit in den nächsten zwei Monaten mit einer Entscheidung der Denkmalschutzbehörde. Schneeberg: „Wir verschließen uns einer Sanierung nicht.“ Nur müsse dann auch geklärt sein, wie das Vorhaben finanziert werden soll. (mz)