1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Sangerhausen
  6. >
  7. Harz Rock Café Crazy: Harz Rock Café Crazy: Gerald Neuschl steht seit 20 Jahren am Zapfhahn und in der Küche

Harz Rock Café Crazy Harz Rock Café Crazy: Gerald Neuschl steht seit 20 Jahren am Zapfhahn und in der Küche

Von Joel Stubert 29.10.2017, 09:00
Gerald Neuschl am Zapfhahn im Crazy.
Gerald Neuschl am Zapfhahn im Crazy. Schumann

Sangerhausen - Besonders stolz ist Gerald Neuschl auf seine Steaks. „Wir haben argentinische Steaks, das sind die besten in Sangerhausen“, sagt Neuschl, Chef des „Harz Rock Café Crazy“ in Sangerhausen. „Hier wird auf engstem Raum gezaubert, ich habe nicht mal eine Mikrowelle“, erklärt der 58-Jährige, der selbst in der Küche steht.

In die hat selbstverständlich kein Gast Zutritt, vielmehr halten die sich unter E-Gitarren, Nummernschildern und kleineren US-Flaggen auf. Die Liebe Neuschls zu den USA ist unübersehbar. „Wir waren schon mehrmals in den USA“, sagt Neuschl.

„Ich glaube, einige bleiben auch länger bei uns sitzen, weil sie die Atmosphäre hier schätzen“, sagt er. Dazu zählt auch ein Freisitz, auf dem rund 30 Plätze zu finden sind und auf dem im Sommer gegrillt wird. „Und wir haben auch im Dachgeschoss eine Möglichkeit, wo sich so 15 Leute zurückziehen können“, erzählt er.

Gerald Neuschl setzt in seinem „Harz Rock Café Crazy“ auf regionale Produkte

Und, wenn es nach Neuschl geht, auch regionale Spezialitäten konsumieren. Whisky, Rum oder Saft vom Süßen See oder aus Klostermansfeld warten auf durstige Kehlen. „Wir haben auch Bier aus Wippra, da sind wir die einzige Kneipe in Sangerhausen“, sagt Neuschl. Leider blieben einige Gäste stets beim selben. „Ich würde mir wünschen, wenn die Gäste neugieriger wären und auch mal auf meine Empfehlungen eingehen würden“, sagt er.

Klagen könne er über seine Gäste in den letzten 20 Jahren, in denen es das Crazy nun schon gibt, selbstverständlich nicht. „Wir hatten glücklicherweise bisher ganz wenig Probleme hier“, sagt Neuschl, der in der Anfangszeit höchstselbst darauf geachtet hat, wer in sein Lokal trat und wer besser wieder gehen sollte.

Einige Gäste kommen seit 20 Jahren in das „Harz Rock Café Crazy“

Bereits als Jugendlicher hatte Neuschl den Wunsch, eine Kneipe aufzumachen. „Ich war selbst gern in Kneipen und wollte die Leute zusammenbringen und nette Gespräche ermöglichen“, sagt er. Gleich nach der Wende wollte er dieses Projekt angehen, allerdings dauerte es bis 1996, ehe er es auch genehmigt bekam.

Ein Jahr später ging das Crazy an den Start. „Einige Gäste sind von Anfang an dabei, wir haben viele Stammgäste“, sagt Neuschl. „Man merkt insgesamt, dass die Leute heute etwas bewusster trinken“, sagt er.

Einen weiteren Unterschied hat er ausgemacht, was die Beschäftigung der Gäste betrifft. „Früher hat man sich mehr unterhalten. Heute gucken viele auf ihr Handy“, sagt er.

Im „Harz Rock Café Crazy“ gibt es Live-Musik und kulturelle Events

Das Gebäude gehört im Übrigen ihm selbst. Er hat es an den Kulturverein vermietet, dem er selbst vorsitzt. „Das ist aber alles legal“, sagt er. „Wenn man investieren will, ist es einfach besser, wenn einem das Haus auch gehört“, meint Neuschl, der Wert darauf legt, dass in seinem Restaurant Musikauftritte und kulturelle Events abgehalten werden, „ein Kulturcafé gewissermaßen“, sagt er.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens hat sich Neuschl einige Aktionen ausgedacht, die noch bis Ende Oktober laufen. „Wer hier über 20 Euro umsetzt, kann etwas gewinnen“, verspricht er. (mz)