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Feldtag Feldtag: Die die Ähren streicheln

Von Steffi Rohland 26.06.2012, 17:09

Karlsrode/MZ. - Das Versuchsfeld "Karlsrode" bei Hayn, war am Dienstag Treffpunkt für Züchter, Landwirte und Interessierte zum alljährlichen Feldtag. Eingeladen hatte das Zentrum für Acker- und Pflanzenbau in Bernburg der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.

Gerhard Hauptmann, Dezernatsleiter für Regionale Feldversuche und Sortenprüfung sowie Liane Franke, Versuchstechnikerin in der Versuchsstation Hayn, informierten die rund 40 Interessenten über den Stand der Kulturen.

Schwerpunkt war dabei die Vorstellung der Landessortenversuche zu Wintergerste, Winterroggen, Winterweizen und Winterraps. Außerdem konnten Sommerweichweizen, Sommergerste, Körnerfuttererbsen, Ackerbohnen und Gräser begutachtet werden.

"Der Vorgebirgsstandort Hayn bietet bei den Wintersorten immer gute Ergebnisse", berichtete Gerhard Hartmann. "Auch, wenn man mit 65 bis 75 Prozent der Ernteergebnisse von dem was in der Magdeburger Börde geerntet wird, zufrieden sein muss. Die Sommerungen fallen hier auch schon mal komplett aus."

Aber das ist ja der Sinn der Prüfung an diesem Standort, ob die Neuzüchtungen hier an ihre Grenzen gelangen. Wie unterschiedlich die Neuzüchtungen zum Beispiel bei Wintergerste, Winterroggen und Winterweizen zurecht kommen, legten Gerhard Hartmann und Liane Franke dar. Dabei sah man auch wieder, je länger die Sorten schon in der Prüfung sind, umso aussagekräftiger werden die Ergebnisse.

So beobachtet man in Hayn zum Beispiel die Winterweizensorte Akteur seit zehn Jahren, die Wintergerstesorte Lomerit seit 12 Jahren. Spitzenreiter ist die Winterroggensorte Amilo, die seit 16 Jahren in der Versuchsstation Hayn getestet wird.

Ellen Schüler, Amtsleiterin des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Süd (ALFF) mahnte den Erhalt der Landessortenversuche an. "Es wäre bitter, wenn wir die Landessortenversuche nicht mehr hätten", sagte sie. Und an die Landwirte gewandt: "Sie dienen Ihnen zur objektiven Orientierung und Entscheidungsfindung bei der Sortenwahl."

Während die Anwesenden detailliert über Winterhärte, Aussaat, Qualität, Erträge und Standfestigkeit sowie Krankheitsresistenz informiert wurden, "streichelten" die Fachleute über die Ähren und warfen hier und da einen Blick auf die Halme und die Blätter. "Das lässt einen nicht wieder los", sagte Wilfried Kurze (74), der von 1970 bis 2003 Leiter der Versuchsstation in Hayn war und keinen Feldtag verpasst.

Ähnlich geht es Paul-Günter Ulrich (77), der selbst früher beruflich Hartweizen gezüchtet hat und dieses Hobby in Bewitz im kleineren Maße, in seinem Garten weiter betreibt. Sorgfältig notierte er die Ergebnisse in seinem Versuchsfeldführer. Ebenso aufmerksam verfolgte Uwe Schmidt vom Saatgutanbieter Syngenta die Ergebnisse des Versuchsfeldanbaus.

Er hatte die Wintergerste-Hybriden Zzoom, Hobbit und SY Leoo im Rennen. Nach fünf, drei bzw. einem Jahr Test im raueren Berg- und Hügellandklima, sehen die Ergebnisse gut aus, meinte er. "Die Aussagen zu den Sorten treffen den Kern."