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Nach Todesfahrt bei Schönburg Nach Kirschfest-Tragödie: Petition macht sich stark für Leitplanken an der L 204

Karsten Stützer, Bürgermeister der Gemeinde Schönburg, hat eine Online-Petition initiiert, die auch Landrat Götz Ulrich unterstützt. Ziel der Unterschriftensammlung: mehr Sicherheit an der Strecke durch Leitplanken.

03.04.2025, 14:54
Nach dem tragischen Unfall am 1. Juli vergangenen Jahres auf der L 204 nahe Schönburg werden Leitplanken gefordert.  Anfang März fand dazu vor Ort eine Begehung statt.
Nach dem tragischen Unfall am 1. Juli vergangenen Jahres auf der L 204 nahe Schönburg werden Leitplanken gefordert. Anfang März fand dazu vor Ort eine Begehung statt. (Foto: Torsten Biel)

Naumburg/Schönburg/cm - Nach dem tragischen Unfall auf der Landesstraße 204 zwischen Naumburg und Schönburg am 1. Juli des vergangenen Jahres, bei dem drei junge Menschen starben, hat der Schönburger Bürgermeister Karsten Stützer eine Unterschriftensammlung online gestartet. Sie trägt den Titel „Gemeinsam für mehr Sicherheit an der L 204“ und ist auf der Plattform „We act“ des Vereins „Campact“ zu finden.

Ziel der Petition sei es, die Verkehrssicherheit an der Straße von Naumburg nach Schönburg im Abschnitt vom Parkplatz des „Alten Felsenkellers“ bis zur Linkskurve vor dem Gasthof „Neuen Welt“ zu verbessern, indem sogenannte Distanzschutzplanken errichtet werden, teilte eine Sprecherin des Burgenlandkreises mit.

Politiker bei Vorort-Begehung dabei

Der Burgenlandkreis unterstützt die Online-Petition, die sich direkt an Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, und die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) richtet. Da es sich um eine Landesstraße handelt, entscheidet die LSBB als Straßenbaulastträgerin über bauliche Maßnahmen wie die Errichtung einer Distanzschutzplanke. Dies wurde seitens der LSBB bisher abgelehnt mit der Begründung, dass es an der betreffenden Stelle an der ausreichenden Verkehrsstärke fehlt und der Abschnitt kein Unfallschwerpunkt darstellt.

Am 5. März hatte es dazu eine Vorort-Begehung gegeben, an der neben der stellvertretenden Landrätin Ariane Körner auch Naumburgs Oberbürgermeister Armin Müller (CDU) und SPD-Landtagsabgeordneter Rüdiger Erben teilgenommen haben. Mit der Unterschriftenaktion soll mehr Druck auf die Landesbehörde und Landespolitik ausgeübt werden. Landrat Götz Ulrich (CDU): „Ich unterstütze die Unterschriftenaktion auf ganzer Linie. Unsere Bemühungen, die LSBB zum Umdenken zu bewegen, sind bislang fehlgeschlagen. Deshalb braucht es nun auch die Unterstützung aus der Bevölkerung – etwa in Form dieser Petition. Ich hoffe, dass der Druck bei Ministerin Hüskens ankommt und ein Umdenken einsetzt. Immerhin geht es hier auch um Menschenleben.“

Schöffengericht verurteilt Fahrer wegen fahrlässiger Tötung

In dem Petitionstext heißt es unter anderem: „Wir fordern, dass die Landesstraßenbaubehörde des Landes ihrer Aufgabe nachkommt und unverzüglich an dieser Stelle Leitplanken aufstellt, damit nicht noch mehr Verletzte oder schlimmer noch weitere Tote zu beklagen sind.“

Der Unfallfahrer war am 13. März im Amtsgericht Naumburg wegen fahrlässiger Tötung zu einer zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da der Angeklagte Rechtsmittel eingelegt hat.