Gemeinderat Gemeinderat: Naumburgs schwere Geburt

Laucha/Nebra - Auch in der kommenden Saison werden zwei Teams der Saale-Unstrut-Finne-Region in der Landesklasse, Staffel 6, vertreten sein. Allerdings ist diese „Konstanz“ auch auf unerfreuliche Dinge, sprich: zwei Abstiege, zurückzuführen. Der FC ZWK Nebra muss als Tabellenletzter die Landesklasse verlassen; dafür kommt aus der Landesliga die SG Herrengosserstedt hinzu, die künftig als ESV an den Start gehen wird (wir berichteten).
Dreimal so viele Punkte wie 2012
Der BSC 99 Laucha hatte mit dem Abstieg eigentlich nie etwas zu tun, spielte als Aufsteiger eine sehr ordentliche Saison, die er auf dem sechsten Platz beendete. „Ich bin zufrieden, und ich denke, unsere Mannschaft ist es auch“, sagt Trainer Steffen Giese, der seine Zufriedenheit mit einem wichtigen Fakt unterlegt: „Wir haben 39 Punkte geholt, das sind dreimal so viel wie vor zwei Jahren, als das Team fast in der gleichen Besetzung aus der Landesklasse abgestiegen war.“ Die Glockenstädter hatten immerhin die drittbeste Abwehr der Staffel, haben aber auch die zweitwenigsten Tore erzielt. „Wir haben erst einmal auf Sicherheit gespielt, das stimmt schon. Vorn haben wir zwar gute Stürmer, aber insgesamt zu wenige Alternativen, weil wir nur über eine sehr dünne Spielerdecke verfügen“, schätzt der BSC-Coach ein. Außerdem habe er in der Schlussphase der Saison seine Mannschaft oft umstellen müssen, weil wichtige Spieler wie Daniel Ulrich, René Schreiter, Lucas Hoffmann beziehungsweise Matthias Meissner und Christian Mika verletzungs- oder arbeitsbedingt gefehlt hätten. Den größten Sprung im Team habe Alexander Saal gemacht, den Giese vom Außenverteidiger zum zentralen Mittelfeldspieler „umgeschult“ hat.
Mika geht, Walther kommt
Der Kader der Lauchaer bleibt in der bevorstehenden Landesklasse-Saison so gut wie unverändert. Christian Mika verlässt den Club berufsbedingt in Richtung Erfurt. Deshalb hat Steffen Giese ein Problem auf der Torhüterposition, weil Mika der Stellvertreter von Stammkeeper Tobias Schöneburg war. Dieser wiederum wird wohl in den ersten Partien des neuen Spieljahres fehlen, weil er in der Landwirtschaft tätig ist und dann Erntezeit sein wird. „Da muss ich eben einen Feldspieler umfunktionieren“, sagt Giese, der als Übergangs-Torwart auch schon jemanden im Blick hat: Alexander Paloch. „Er ist öfter schon mal im Training eingesprungen und hat keine Angst vor dieser Aufgabe“, so der Lauchaer Übungsleiter. Neu beim BSC ist übrigens Steven Walther, der vom Kreisoberliga-Absteiger Fortuna Bad Bibra an die Unstrut kommt.
Gestern sind die Lauchaer Landesklasse-Kicker wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen. Am heutigen Sonnabend nehmen sie an einem Turnier in Billroda teil, ehe sie am kommenden Wochenende ihre traditionelle Abschlussfahrt nach Prag unternehmen. Testspiele bestreitet der BSC am 19. Juli, 14 Uhr, auf eigenem Platz gegen den Landesligisten Naumburg 05 und am Sonntag, 20. Juli, mit Anstoß um 10.30 Uhr bei Kali Roßleben.
BSC Laucha, Einsätze: Ronny Starch 27, Christian Schulze, Alexander Saal, Marcus Jung, Lucas Hoffmann, Christian Mika, Alexander Paloch je 25, Tobias Schöneburg 24, Mario Bothe 23, Thomas Elste, Ronny Battke je 21, Patrick Hoffmann 19, Daniel Ulrich 18, Matthias Meissner 17, Toni Schröder 9, Thomas Götze 8, Michael Maul 5, Christopher Jung, René Schreiter, Kevin Weisse je 4, Felix Neumann, Mario Birkhahn je 3, Steve Hölger, Steve Müller je 1;
Tore: L. Hoffmann 9, Bothe, Elste je 6, Starch, Saal je 4, Meissner 3, Mika, Battke je 1.
Samel, Krause, Zack verlassen ZWK
Nach der katastrophalen Hinrunde mit nur zwei gewonnenen Punkten war die Lage für den FC ZWK Nebra schier aussichtslos. „Ich hätte aber gedacht, dass wir in der zweiten Halbserie dann mehr als nur noch sechs weitere Zähler holen“, zeigt sich der scheidende Trainer Holger Hense, der erst einmal eine mindestens einjährige Fußballpause einlegen will, enttäuscht. Aber die Weggänge von Manuel Schulze, Chris Linge und Patrick Samel - auch wenn dieser in der Winterpause aus Stedten zurückkehrte - seien einfach nicht zu verkraften gewesen. „Wenn du ständig mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft antreten musst, hast du in der Landesklasse nichts verloren. Wir sind ganz klar an unsere Grenzen gestoßen“, sagt Hense. Verlassen konnte er sich nach eigener Aussage auf die gestandenen Kräfte wie Abwehrchef Sven Spitzer, Thomas Knorre oder Patrick Samel, wobei dieser nach neun Einsätzen wegen Kniebeschwerden ausfiel.
Samel hat den FC ZWK inzwischen schon wieder verlassen; er wechselt zusammen mit Ron Krause zum VfL Querfurt. David Zack wird berufsbedingt nach Leipzig gehen und sich dort einem Verein anschließen. Für den 9. August suchen die Nebraer noch einen Testspielgegner. Interessierte Vereine können sich bei FC-ZWK-Geschäftsführer Sven Geißler, Telefon 0172/3 74 30 90, melden.
FC ZWK Nebra, Einsätze: Lars Wagner 26, Tobias Breuer, Heiko Christiani je 25, Sebastian Gollmann 24, Jan Domschky 23, David Zack 22, Sven Spitzer, Ron Krause je 19, Markus Konieczny 18, Hannes Schröder 17, Michael Niehoff 16, Henning Knuhr, Sven Geppert, Maik Fischer je 15, Michael Barthel 14, Thomas Knorre 12, Christoph Wiedemann 10, Patrick Samel 9, Thomas Horbel, André Junge, Felix Rühlemann, Fabian Philipp, Ralf Kretzschmar je 5, Christian Tesmar, André Gollmann, Christian Schmidt je 3, Michael Stockhaus 1;
Tore: Spitzer, Konieczny je 4, Domschky, Knuhr, Horbel je 2, Breuer, Christiani, S. Gollmann, Schröder, Samel, Philipp, Tesmar, Schmidt je 1.