Merseburg Merseburg: Der zwölfte Meridian verhilft Schülern zum Sieg
MERSEBURG/MZ. - Lukas Träger und Armin Bakkal haben heftig diskutiert. Mal musste etwas vermessen werden, mal ging es um Organisatorisches. Die beiden 14-Jährigen haben geplant, selbstständig gearbeitet, eigene Ideen entwickelt. Und wenn es dann noch um ein Projekt geht, das ihnen am Herzen liegt, dann sind die Schüler vom Herdergymnasium stets voll bei der Sache. "Es ist gerade eine heftige Diskussion darüber entbrannt, was wir mit dem ganzen Geld anstellen", verriet Armin.
Das ganze Geld - damit meint der Schüler 15 000 Euro Preisgeld, das er und seine Mitschüler am Dienstag für ihr Projekt "Merseburger Highlights auf dem zwölften Meridian" bekommen haben. Zwölf Schulen, darunter Gymnasien, Sekundarschulen und eine Förderschule, aus dem ganzen Saalekreis hatten sich um den ersten Innovationspreis des Landkreises beworben. Mit insgesamt 50 000 Euro belohnte der Landkreis am Dienstag die eingereichten Projekte im Merseburger Ständehaus.
"Gute Ideen sind immer gefragt. Und junge Leute, die gute Ideen haben, sind unsere Zukunft", erklärte Landrat Frank Bannert (CDU). "Das braucht auch das nötige Umfeld, die nötige Lehrerschaft. Aber wenn ich die glücklichen Schüleraugen vor mir sehe, dann müssen es hier gute Lehrer sein", so der Landrat. Vor ihm saßen Schüler aus dem kompletten Landkreis, die sich alle in besonderer Weise für ein Projekt an ihrer Schule einsetzen oder sogar ins Leben gerufen haben.
Die Regenbogenschule Landsberg hat sich im Rahmen ihres Unterrichts etwa mit Strom und dessen Alternativen auseinander gesetzt und dafür einen Sonderpreis - 5 000 Euro, eine Urkunde und einen Pokal - mit nach Hause genommen. Den dritten Platz belegten die Schüler der "Sekundarschule August Bebel" aus Leuna. "Service Learning" heißt das Projekt der Jungen und Mädchen, die sich im Unterricht ausgedacht haben, wie sie physikalische Wirkungen, wie die des Luftdrucks, kleinen Kindern veranschaulichen könnten. Mit einfachen Experimenten sind sie dann durch zwei Kindergärten gezogen, haben so ihr Wissen weitergegeben.
"Auf Spurensuche" sind die Schüler des Gymnasiums aus Landsberg gegangen: Mit ihrer DDR-Aufarbeitung haben sie sich den zweiten Platz und 10 000 Euro verdient. Bei der Jury haben nur die Schüler des Merseburger Herdergymnasiums besser abgeschnitten: Ihr Projekt zur genauen Bestimmung des zwölften Meridians durch die Domstadt ist mit dem ersten Platz ausgezeichnet worden. "Wir wollten einfach wissen, wo er genau ist. Alle haben vermutet, dass der Längenkreis über unser Schulgelände verläuft. Wir haben herausgefunden, dass es wirklich so ist", schilderte Lukas Träger die Entdeckungen. "Nun müssen wir nur entscheiden, wofür wir das Geld ausgeben." Ein Beamer wäre sinnvoll, meinte er. Seinen Vorschlag wollte er gleich in die nächste Diskussion einbringen.