Kunst Kunst: Georg Paul - ein Merseburger in Soest

Merseburg/Soest - Im Soester Museum Wilhelm Morgner werden aktuell Werke eines Mannes gezeigt, der auch in Merseburg kein Unbekannter ist: Georg Paul (1901-1980). Der in Pommern geborene Maler hatte nämlich seine zweite Lebenshälfte vorwiegend in Merseburg verbracht.
Georg Paul hatte oft mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten zu kämpfen. Vor 1933 hatte er schon in Berlin ausgestellt, war auf bestem Wege, Ansehen zu erlangen. Während der Nazi-Diktatur war er Repressalien ausgesetzt, musste sich als Arbeiter in einem Zahnradwerk über Wasser halten. Nach 1945 widmete er sich wieder verstärkt seiner künstlerischen Laufbahn und vor allem der abstrakten Malerei.
Doch nachdem die von ihm gewählte Form von Kunst auch in der DDR auf Kritik stieß und zudem mit ihm befreundete Künstler in Misskredit gerieten, zog sich Paul zurück und stellte nicht mehr öffentlich aus. Erst in den letzten Lebensjahren machte er seine Kunst wieder im kleineren Rahmen publik. Ab 1947 war er als Lehrer für Kunsterziehung und Deutsch unter anderem an der damaligen Erweiterten Oberschule „Ernst Haeckel“ beschäftigt.
Doch warum wird Georg Paul aktuell in Soest ausgestellt? Vielleicht weil es in der Stadt einen angesehenen Architekten gleichen Nachnamens gegeben hat - Bruno Paul (1874– 1968). Die beiden waren allerdings nicht miteinander verwandt „Aber vor allem, weil die Soester sehr neugierig sind, was Kunst angeht“, sagte Dorit Litt, die Kuratorin der Ausstellung mit 80 Gemälden, der MZ. Litt hatte auch die Retrospektive mit Werken Georg Pauls kuratiert, die 2011 im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg gezeigt worden war. Die Schau trug den Titel „Ein Einzelgänger im Spannungsfeld der Moderne“. „Und der damals entstandene, sehr schöne Katalog war in die Hände des Kreiskunstvereins Soest geraten und hatte Begeisterung hervorgerufen“, erzählt die promovierte Kunsthistorikerin. „Den Maler wollen wir haben, haben sie gesagt. Und so kam die Ausstellung zustande.“ Titel der Schau: „Georg Paul und seine schöpferische Bauhaus-Rezeption“. Dass das gerade im Jubiläumsjahr des Bauhauses gelungen sei, sei umso schöner. Georg Paul hat zwar nicht dem Bauhaus angehört, doch die moderne Bauhaus-Malerei hat seine Arbeit beeinflusst.
Entscheidende Impulse bekam er schon während seines Studiums von 1921 bis 1925 an den Vereinigten Staatsschulen Berlin Kunst studierte und an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, die damals von Bruno Paul geleitet wurde. Vielleicht war das der einzige Berührungspunkt der beiden Pauls. Die Schau in Soest ist bis Ende März zu sehen.
(mz)