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Farnstädt im Saalekreis Farnstädt im Saalekreis: 20 tote Schafe bei Scheunenbrand

Von Dirk Skrzypczak 22.09.2013, 07:39
Der Löscheinsatz dauerte mehrere Stunden. Die Scheune wurde vollständig zerstört.
Der Löscheinsatz dauerte mehrere Stunden. Die Scheune wurde vollständig zerstört. Peter Wölk Lizenz

Alberstedt/MZ - Als am frühen Sonntagmorgen gegen 2 Uhr die Sirene heulte und Lothar Heinze aus dem Schlaf hochschreckte, hatte der Alberstedter zunächst nur einen Gedanken. „Es ist Bundestagswahl. Da wird doch wohl nichts mit dem Wahllokal sein“, erzählte er später. Doch dann klingelte das Telefon, und der Bruder schlug Alarm. Die Scheune in der Straße der ODF stand in Flammen. 40 Schafe haben dort ihren Stall, außerdem lagert Heu in dem Gebäudekomplex, ist dort Technik wie Traktoren und ein Bagger abgestellt. Doch das Feuer war verheerend. 20 Tiere verendeten. Von Maschinen sind nur noch stählerne Gerippe übrig. Die Scheune ist vollständig zerstört. „Das ist ein Desaster. Seit über 30 Jahren bin ich Hobby-Landwirt. So eine Katastrophe habe ich noch nicht erlebt“, sagte Heinze. Über die Brandursache kann vorerst nur spekuliert werden. Die Kripo begann am Sonntag mit der Spurensuche.

Rudolf Bernhard, der den Einsatz von 38 Feuerwehrmännern koordinierte, war wenige Minuten nach dem Notruf vor Ort. „Da schlugen die Flammen schon oben aus dem Dachstuhl heraus. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus“, schilderte er. Die Situation war auch für umliegende Häuser gefährlich. Gerade einmal sieben Meter sind es bis zu den Wohnhäusern. „Wir haben geschlafen und zunächst nichts mitbekommen“, schilderte ein Nachbar. Hitze und Rauch haben die Fassade seines Hauses in Mitleidenschaft gezogen. An den Fenstern haben sich Jalousien verzogen. „Wir hatten noch Glück. Wäre der Wind gedreht, hätte es auch uns erwischen können.“

Ein Risiko waren zudem zwei Gastanks, die sich nahe des Brandortes befinden. Der Feuerwehr gelang es, die Flammen in Schach zu halten. „Leider war es aber nicht möglich, die Scheune zu retten. Und dass die Tiere ums Leben gekommen sind, ist natürlich tragisch“, sagte Bernhard. Bis gegen 10 Uhr dauerte der Einsatz. Später musste die Feuerwehr noch einmal anrücken, um Glutnester in der Brandruine zu löschen.

Brandkatastrophen in Stallanlagen kommen immer wieder vor. Im August 2012 hatte ein Feuer in einer Schweinemastanlage in Beuna gewütet. 50 Säue und hunderte Ferkel konnten nicht mehr gerettet werden. Hinzu kamen schwere Schäden an der Technik wie beispielsweise der Lüftungsanlage. Als Ursache hatten Beamte der Kripo einen technischen Defekt ermittelt.

Wie es nun weitergeht, kann Lothar Heinze nicht sagen. „Eine Versicherung habe ich nicht. Wer rechnet denn schon mit so was“, meinte er betroffen. Die Scheune hat er gemietet. Die Schafe und Lämmer, die die Flammenhölle zum Teil verletzt überstanden, hat er zunächst in einem Bretterverschlag untergebracht. Schlimm: Der Brand hat auch das gesamte Futter vernichtet. „Ich weiß nicht, wo ich auf die Schnelle Nahrung für die Tiere herbekommen soll.“ Den Schaden schätzt Heinze auf rund 50 000 Euro. Die Polizei schließt derweil nicht aus, dass die Summe noch nach oben korrigiert werden muss.

Am Montag sollen Brandermittler ihre Arbeit fortsetzen. Ein technischer Defekt kann als Auslöser wohl ausgeschlossen werden. In der Scheune gibt es keine Elektrik. Ob eventuell Brandstifter am Werk gewesen sind, wollte keiner kommentieren - weder Polizei noch Anwohner oder Heinze selbst. „Ja, Ärger gibt es immer mal. Aber so etwas traue ich niemandem zu“, meinte der Hobby-Landwirt. „Mal sehen, was die Polizei herausfindet.“

Die Schäden auf dem Gehöft sind verheerend.
Die Schäden auf dem Gehöft sind verheerend.
Peter Wölk Lizenz
Der abgebrannte Schafstall (links) in Alberstedt
Der abgebrannte Schafstall (links) in Alberstedt
Dominik Schubert Lizenz