Streit um den Jugendclub in Glauzig
Glauzig/MZ. - Vor dieser Entscheidung war es heiß hergegangen im Gemeindebüro an der Dorfstraße 38. "Es kann nicht angehen, dass die Jugendlichen den Schlüssel bekommen und ohne Aufsicht im Club sind", brachte Gemeinderatsmitglied Karl-Heinz Jahn den Stein ins Rollen - und bekam Zustimmung von einer weitere Anwesenden. "Das ist Aufsichtsverletzung und somit strafbar", waren sich beide einig.
Dass die Jugendlichen "in Ausnahmefällen" länger als zu den Öffnungszeiten des Clubs geblieben seien, bestritt Bürgermeister Volkmar Schöbe nicht. Schöbe: "Das geschah mit meiner Zustimmung." Einmal beispielsweise seinen die Jugendlichen an ihn herangetreten. Sie wollten im Jugendclub einen Geburtstag feiern, als die Betreuerin des Clubs krank war. "Ich habe ihnen den Schlüssel gegeben und mit ihnen vereinbart, dass sie ihn abends wieder in meinen Briefkasten werfen. Und so ist es auch passiert", unterstrich Schöbe, der auch betonte, dass im Jugendclub nie etwas vorgefallen sei.
"Wenn die jungen Leute mal länger feiern, muss man sich doch nicht aufregen. Es kommt doch niemand um", beschwichtigte auch ein anderes Gemeinderatsmitglied. "Die Aufsicht muss aber gewährleistet sein", beharrte Jahn. Aufgrund der sowieso schwierigen finanziellen Lage Glauzigs sprach er sich mit einer Mitstreiterin deutlich für eine Schließung des Clubs zum 1. Juni 2008 aus. "Die Jugendlichen können auch in den Club nach Görzig fahren", so ein Vorschlag.
Schöbe redete dagegen: "Als Bürgermeister bin ich für alle Schichten der Gesellschaft zuständig. Ich setze mich genauso für die Senioren oder für die Feuerwehr ein. Auch die Jugend braucht in Glauzig einen Platz."
Am Ende schienen Schöbes Argumente die Anwesenden überzeugt zu haben. Noch bis Ende April wird der Jugendclub von Gudrun Benes geleitet. Danach wird wohl eine neue ABM-Kraft diesen Posten übernehmen.