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Sauerstoffmangel Sauerstoffmangel: Fische sterben im Dorfteich von Reppichau

Von Claus Blumstengel 03.06.2015, 12:58
Immer noch treiben vereinzelt tote Fische auf dem Dorfteich in Reppichau.
Immer noch treiben vereinzelt tote Fische auf dem Dorfteich in Reppichau. Heiko Rebsch Lizenz

Reppichau - Es war ein trauriger Anblick Anfang voriger Woche am Dorfteich von Reppichau: Unzählige Spiegel- und Graskarpfen sowie Welse trieben auf der Wasseroberfläche - alle tot. Teichpächter Armin Weber verständigte die Untere Wasserbehörde und die Naturschutzbehörde des Landkreises sowie das Ordnungsamt der Gemeinde Osternienburger Land.

Teich zwei Tage lang belüftet

Wie die für Gewässer und Grünflächen zuständige Mitarbeiterin der Gemeinde, Janine Dolge, informiert, hat die Freiwillige Feuerwehr Reppichau den Teich daraufhin zwei Tage lang belüftet. „Der Teich hat keinen Zulauf und da es lange nicht geregnet hat, herrschte in dem Gewässer Sauerstoffmangel“, weist sie auf den Grund des Fischsterbens hin. Da die überlebenden Fische aber weiter nach Luft schnappten, sei am vorigen Freitag ein Landwirtschaftsbetrieb beauftragt worden, mit Tankwagen Wasser aus dem Schachtteich in Elsnigk in den Reppichauer Dorfteich zu transportieren. Das habe dann geholfen, berichtet Janine Dolge.

Teichpächter Armin Weber vermutet eine ganz andere Ursache dafür, dass die von ihm eingesetzten Fische verendet sind. Bei den kühlen Temperaturen im Mai könne doch kein Sauerstoffmangel auftreten, sagt er und verweist auf einen etwa 30 Zentimeter breiten, unbewachsenen Streifen auf der Straßenseite des Teiches und auf das dort kaum gewachsene Schilf. Wahrscheinlich sei hier ein Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt worden, was zu dem Fischsterben geführt habe, meint er und fügt hinzu, dass er bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat. „Wenn wirklich Sauerstoff fehlt, dann hätte die Belüftung ausgereicht. Aber warum hat man noch Wasser aus einem anderen Teich geholt?“

Pachtvertrag gekündigt

Seit 13 Jahren habe er den Teich in Reppichau gepachtet. Nun werde er den Vertrag aber kündigen. „Ich kann doch nicht ständig neue Fische kaufen“, begründet er den Schritt.

Ein Mitarbeiter des Umweltamtes hat kurz nach Bekanntwerden des Fischsterbens Wasserproben aus dem Teich genommen.

Die Laborergebnisse der Wasserprobe liegen inzwischen vor. Laut Ordnungsamt der Gemeinde Osternienburger Land gebe es „keine Hinweise auf die Einleitung anorganischer Stoffe“. Der Sauerstoffgehalt des Wassers habe vor der Belüftung bei 4,2 Milligramm pro Liter gelegen, danach bei 5 Milligramm pro Liter. „Es konnten keine Schadstoffe ermittelt werden“, stellt Mitarbeiterin Janine Dolge fest. Vom Einsatz eines Herbizides am Teich sei ihr nichts bekannt.

Das Umweltamt des Landkreises Anhalt-Bitterfeld konnte am Dienstag über die Laborergebnisse keine Auskunft geben, da die zuständige Mitarbeiterin nicht im Dienst war.

Das relativ große Gewässer hat keinen Zulauf und wird nur vom Regenwasser gespeist.
Das relativ große Gewässer hat keinen Zulauf und wird nur vom Regenwasser gespeist.
Heiko Rebsch Lizenz