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«Bomber 1.6» auf Entenjagd

Von UWE LEHMANN 26.05.2010, 16:22

SUSIGKE/MZ. - "Bomber 1.6 auf Entenjagd" - das ist kein Titel für einen Kriegsfilm, nein, das war die Wirklichkeit, zu erleben beim zweiten Treckertreffen in Susigke. "Bomber 1.6" ist der Name für den Eigenbautraktor von Hans Niemann aus Chörau. Auf "Entenjagd" ging er beim zweiten Teil der großen Geschicklichkeitsprüfung, welche sich die Treckerfreunde Susigke für die Teilnehmer ausgedacht hatten.

Bedeutender Zuwachs

Das Geschicklichkeitsfahren erlebte seine zweite Auflage in diesem Jahr. Kopf dieses Wettkampfes ist Detlef Semmler, der sich die Disziplinen ausgedacht hatte. Der Chef des Clubs der Treckerfreunde Susigke, Marcel Niemann, ist Initiator dieses Treffens in dem 170 Einwohner zählenden Ort. "Die Idee für ein Treffen bekam ich beim Besuch gleichartiger Veranstaltungen. Da dachte ich, bei uns hier gibt es bestimmt ein paar weitere ,Verrückte', die ich dafür begeistern könnte", so Marcel Niemann zur Entstehung dieser Veranstaltung.

2008, bei der Premiere, waren 16 Traktoren dabei. In diesem Jahr hatte sich deren Zahl schon auf über vierzig erhöht. Traktoren aus sozialistischen Zeiten wie MTS 550 oder ZT 300 waren ebenso zu sehen wie Lanz Bulldogs bis hin zu den heutigen neuen Modellen von John Deere und Fendt.

Höhepunkt dieser Ausstellung war aber ein Geschicklichkeitswettbewerb für die Traktorenliebhaber. Zwölf Starter kämpften in vier Teildisziplinen um den Sieg. Als erstes stand das "Hänger-Rückwärtsschieben" an. Innerhalb von drei Minuten musste man einen Hänger 25 Meter zurück schieben. Das ist nicht so einfach, wie Kampfrichter Torsten Ziemer weiß: "Hast du dich einmal verlenkt, dann hast du keine Chance." Das mussten einige Teilnehmer leidvoll erfahren. Am schnellsten schaffte dies Marc Liesmann in sehr guten 56 Sekunden.

Zweite Disziplin war das Zielangeln, sprich: die "Entenjagd". In der Mitte der knapp achtzig Meter langen Strecke mussten die Aktiven ihren Traktor abstellen und von einem Podest aus mit einer Angel zwei Plaste-Enten aus einem Wasserbehälter herausfischen. War dies geschafft, hieß es, wieder 'rauf auf den Trecker und mit Tempo durchs Ziel. Schnellster auf der Strecke war wohl Hans Niemann mit seinem "Bomber". Doch beim Angeln büßte er viele Sekunden ein, so dass es für ihn nur zu einem Platz im hinteren Feld reichte.

Weiteste Anreise aus Pouch

Bei Wettkampf Nummer drei musste ein Wasserfass so schnell wie möglich und ohne Verlust der im Wasser befindlichen Tennisbälle über einen Hügel transportiert werden. "Kein Ball schaffte es über die Ziellinie" wusste Marcus Niemann zu berichten.

Zum Abschluss musste man einen Geschicklichkeitsparcours durchfahren, ohne die Begrenzungen zu berühren. Am besten und schnellsten in allen Teilwettbewerben zusammen agierte Ralf Endert aus Susigke mit seinem "Belarus". Für den Gesamtparcours benötigte er eine Zeit von 4:22 Minuten. Lohn dafür war der Siegerpokal.

Eine weitere Auszeichnung wurde dem am weitesten angereisten Traktor zu Teil. Aus dem 45 Kilometer entfernten Pouch an der Goitzsche reiste die Familie Knöfler mit einem "Tiger" der Marke Eichner an.

Es konnten sich nicht nur die Ausgezeichneten freuen, auch die Organisatoren waren glücklich. "Wir sind zufrieden mit dem Wetter, mit der Resonanz, einfach mit allem", zog Jana Riemer im Namen ihrer Mitstreiter ein positives Resümee.

Trafen sich am Vormittag die PS-starken Traktoren zum Wettkampf, waren am Nachmittag beim Oldie-Ringreiten Akteure mit einer Pferdestärke in Aktion. "Die älteren Starter wollten eine eigene Konkurrenz haben und sich nicht mehr mit den Jungen duellieren", weiß Organisatorin Carolina Jungmann über die Anfänge dieses Wettbewerbes zu berichten. Unter der Regie des Reitvereinchefs und Hauptmanns Martin Petschel nahmen sieben Reiter aus Susigke am diesjährigen Wettbewerb teil. Gewinner der achten Auflage wurde nach vier Runden auf dem Reitparcours unter der Ringstange der einheimische Uwe Friedrich. Ältester Teilnehmer in dieser Konkurrenz der Senioren über 40 Jahre war der 69-jährige Hans Petschel.

Marcel Niemann und seine Mitstreiter haben schon viele neue Ideen für die Austragung des Treckertreffens im kommenden Jahr. Das soll zur Tradition werden - ähnlich wie das Ringreiten, das schon seit Jahren im Ort eine feste Größe ist.