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Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Eine junge Frau führt die Ortsfeuerwehr von Reupzig

Von Wladimir Kleschtschow 15.12.2011, 19:43

Südliches anhalt/MZ. - Eine kleine Sensation in der Stadt Südliches Anhalt: Eine der Ortsfeuerwehren wird ab sofort von einer Frau geleitet. Diese Frau heißt Janine Dolge. Sie ist Verwaltungsangestellte in der Stadtverwaltung und gehört seit 2006 der Feuerwehr an. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr von Reupzig hatten sie für den Posten der Ortswehrleiterin vorgeschlagen, und der Stadtrat des Südlichen Anhalt folgte am Mittwochabend dieser Empfehlung. Janine Dolge, Geburtsjahr 1988, wurde feierlich in dieses Ehrenamt berufen - für sechs Jahre. Damit zusammenhängend erhielt sie den Status "Ehrenbeamte auf Zeit."

Die Feuerwehr von Reupzig ist nicht groß. "Wir sind 14 Mitglieder, unter ihnen zwei Frauen", sagte Janine Dolge der MZ. Dass sie genug Energie und Ehrgeiz hat, ihre neuen Pflichten zu erfüllen, hat die junge Frau erst vor kurzen wieder einmal bewiesen. Als ihre Kameraden sie für den Posten vorschlugen, fehlte ihr eine wichtige Voraussetzung für die Berufung als Ehrenbeamte: der Abschluss eines Lehrganges "Leiter einer Feuerwehr". Sie holte diese Weiterqualifizierung erfolgreich nach.

Es war übrigens ein Feuerwehr-Trio, das an diesem Tag die Ehrenbeamten-Würde für die Dauer von sechs Jahren verliehen bekam. Neben Janine Dolge sind es Matthias Stephan und Alexander Steube. Der eine ist jetzt stellvertretender Ortsfeuerwehrchef von Radegast, der andere leitet die Ortsfeuerwehr von Prosigk. Stephan ist 1983 geboren und seit 15 Jahren bei der Feuerwehr. Steube, Geburtsjahr 1981, ist Feuerwehrmann seit seinem 18. Lebensjahr.

Auch ein weiteres Amt wurde auf Beschluss des Stadtrates neu besetzt. Stadtrat Thomas Schneider wurde zum Vorsitzenden des Stadtrates gewählt. Der Posten ist frei geworden, nachdem der bisherige Amtsinhaber Michael Graf aus Radegast auf sein Mandat verzichtete - aus "persönlichen und gesundheitlichen Gründen". Wie die MZ berichtete, hatte eine Überprüfung der Stadträte auf eine eventuelle Stasi-Tätigkeit erwiesen, dass der Radegaster ein IM war.

Thomas Schneider ( 38) ist ein diplomierter Verwaltungsfachmann und arbeitet in der Stadtverwaltung von Coswig. Er gehört dem Ortschaftsrat Meilendorf an. Er hat eine Tochter, ist nicht verheiratet, aber, wie er sagt "fest liiert."

Bei der Wahl des Stadtrates im Juni 2009 hatte Thomas Schneider das Mandat knapp verfehlt. Nachdem jedoch Andreas Böhme aus Maasdorf, der die Arbeit des Stadtrates kritisch sah, auf eigenen Wunsch zurücktrat, rückte Schneider nach. Im Gegensatz zu Böhme, der keiner Fraktion angehörte, schloss sich der Neuling der Fraktion Bürgermeister / CDU, der größten der drei Fraktionen, an.

Schneider war der einzige Kandidat für den Posten des Stadtratsvorsitzenden. Vorgeschlagen hat ihn die eigene Fraktion. Jedoch wurde die Kandidatur auch von den beiden anderen Fraktionen - Feuerwehr / Die Linke und Freie Wähler - unterstützt. Bürgermeister Burkhard Bresch (die Linke), nannte gegenüber der MZ den Grund dafür. "Thomas Schneider ist ein erfahrener Verwaltungsfachmann und er hat bewiesen, dass er gut und sachkundig arbeiten kann", so der Bürgermeister. Schneider gehört dem Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates an, dessen Vorsitzender Bresch ist.

Nach dem Ausscheiden von Michael Graf ist auch sein Mandat als Stadtrat vakant geworden. Dieses ging n Hans-Rainer Homann. Der Ortsbürgermeister von Hinsdorf hatte bei der Wahl des Stadtrates die nächsthöhere Zahl der Wählerstimmen erhalten. Homann wurde am Mittwoch nun als Stadtrat vereidigt.

Zu Beginn der Sitzung trauerte der Stadtrat mit einer Schweigeminute um Dieter Marx, Vorsitzender der Fraktion Feuerwehr / Die Linke. Marx ist einer schweren Erkrankung erlegen.