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Klassentreffen in Holzdorf Klassentreffen in Holzdorf: Nach 50 Jahren beisammen

Von Evelyn Jochade 26.11.2018, 09:22
Vor 50 Jahren haben sie die Schule in Holzdorf verlassen. Nun waren sie wieder mal zusammen.
Vor 50 Jahren haben sie die Schule in Holzdorf verlassen. Nun waren sie wieder mal zusammen. E. Jochade

Holzdorf - „Und wer bist du?“ Diese Frage wurde zu Beginn des Klassentreffens sehr oft gestellt. Kein Wunder, hatten sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler der alten Holzdorfer Schule lange Jahre nicht gesehen. Nach dem Zehn-Klassen-Abschluss 1968, also vor 50 Jahren, kamen solche Treffen nur unregelmäßig zustande.

Beim Letzten war man Anfang/Mitte 50. Und da sich der Mensch gerade in dieser Altersspanne Jahr für Jahr verändert, selbstverständlich nur zum Positiven, wurde der eine oder andere nicht sofort erkannt.

Zwei Gästen im geschmückten Veranstaltungsraum des Holzdorfer Heimatvereins wurde diese Frage nicht gestellt. Ihre Lehrer von damals, Anita Neumann (Deutsch und Kunst) und Karl Brünnich (Russisch und Sport), machten, das war zu erkennen, mit ihrem Kommen, den ehemaligen Schülern eine große Freude. Die Jungs von damals schwärmten von der „bildhübschen“ jungen, gerade einmal 24-jährigen Lehrerin, die sie unter sich mit „das Fräulein“ betitelten.

Verständlich, wenn sich die Bengels im Unterricht nicht blamieren wollten. Saßen sie da ganz brav, so riskierten mancher schon mal sogar im Russischunterricht bei Karl Brünnich am Schlafittchen aus dem Klassenzimmer zu fliegen, wie Norbert Jahn selbstkritisch zum Besten gab. Das konnte den Mädchen, die nach der Zusammenlegung der Klassen a und b rund zwei Drittel der 48 Schüler stellten, nicht passieren.

Sie waren stets ganz lieb, versicherten die Damen beim Klassentreffen. Wie sich herausstellte, entsprach das nicht ganz den Tatsachen. Die jungen Damen waren wohl an den zwei „Ausflügen“ nach Jüterbog beteiligt, als die gesamte Klasse den UTP-Unterricht schwänzte und sich die „Großstadt“ ansah. Christa Zaremba konnte sich daran noch gut erinnern. Auch an die Wandertage.

„Da ging es eben in den Wald. Wir waren da nicht anspruchsvoll. Oder zur Klassenfahrt in die Sächsische Schweiz“. Andere Episoden aus dem Schulalltag kamen ebenfalls zur Sprache: Beispielsweise der Erweiterungsbau für die alte Backsteinschule. Als die heute 66- und 67-jährigen die achte Klasse besuchten, rollten die ersten Lkw mit Ziegelsteinen an. „Jedes Mal, wenn eine Fuhre kam“, erinnerte sich Holzdorfs Heimatvereinsvorsitzender Norbert Jahn, „mussten die höheren Klassen raus zum Steine stapeln.“

Zum Klassentreffen nun war just in diesen Räumlichkeiten, die heute Heimatverein und Heimatmuseum beherbergen, die lange Festtafel aufgebaut. 42 Einladungen hatte Heike Kreutz rausgeschickt, 25 Ehemalige waren gekommen. Nicht wenige von ihnen hatten alte Fotos mitgebracht. So das Konfirmationsbild.

„Nur zwei von 48 Schülern hatten damals Jugendweihe“, betonte Heike Kreutz und stieß ihre Tischnachbarin an: „Gucke mal, wie schlank wir da waren“. Die meisten der aus Löben, Kremitz, Premsendorf, Meuselko, Reicho, Buschkuhnsdorf und natürlich Holzdorf Stammenden blieben hier in der Gegend wohnen. Einige studierten. Ein Mitschüler konnte nicht zum Treff kommen, da er als Anlagenbauer in Dubai arbeitet.

(mz)