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Heimatfest Groß Naundorf Heimatfest Groß Naundorf: Der Bauklotzturm hält lange stand

Von Evelyn Jochade 13.05.2014, 16:55
Trotz bedenklicher Schieflage konnte Groß Naundorfs Heimatvereinsteam (Rainer Meißner, Frank Mensing) den Turm noch mal stabilisieren.
Trotz bedenklicher Schieflage konnte Groß Naundorfs Heimatvereinsteam (Rainer Meißner, Frank Mensing) den Turm noch mal stabilisieren. Jochade Lizenz

Gross naundorf/MZ - Hoch hinaus ging es beim Heimatfest in dem Annaburger Ortsteil. Ein hölzerner Bauklötzeturm sollte durch Wegnehmen unterer Teile immer weiter in die Höhe wachsen, ohne zusammenzubrechen. Dabei staunte das Publikum durchaus selbst Bauklötze, wie lange dieser durchhielt und welche Höhe er erreichte. Sogar bis zum insgesamt zwanzigsten Zug im Spiel Heimatverein gegen Feuerwehr. Erst dann stürzte er ein.

Sieger wurde die Mannschaft der Floriansjünger mit Dietmar Metschke und Axel Blankenburg. Den zweiten Platz belegten Rainer Meißner und Frank Mensing vom Heimatverein und die Vertreter des Sportvereins, Christina Kitsche und Alexander Noack sorgten dafür, dass auch im nächsten Jahr ihr Verein das Ganze wieder organisieren darf. Denn nach dem Reglement ist es immer der Drittplatzierte, dem diese ehrenvolle Aufgabe zuteil wird.

Russisch mit sächsischem Akzent

Zuvor waren andere Töne zu hören. „Was denken sie wohl, was ich in der Schule in Russisch hatte?“ Wolfgang Humpisch, der sich inzwischen hinter der Bühne vom schneidigen Oberstleutnant Sergej in einen fließend deutsch mit sächsischen Akzent sprechenden 70er zurückverwandelt hatte, schmunzelte. „Ne Vier!“ Sein Russisch-Lehrer würde allerdings heute staunen, wie viel Lehrstoff der Schüler sich nachher noch angeeignet hat. „Ich habe für die Auftritte extra Vokabeln gelernt“, erzählte der Koßdorfer, der 1993 Gründungsmitglied des „Wodka Trios“ war. Ein viel und alles sagender Name, den die drei Herren in Originaluniformen der Roten Armee zwischen den Stücken auch immer einmal mit einigen Schlucken unterstrichen. Mit Pauke, Akkordeon, Saxophon und mit ihren Stimmen sorgten sie vor dem sportlichen Teil des Nachmittags für ausgelassene Partystimmung und zogen gemeinsam mit den Feiernden „Durch’s Gebirge, durch die Steppe“ und anderes altbekanntes russisches Liedgut.

Als nach diesem furiosen Auftritt ein wenig Ruhe eingezogen war und die Groß Naundorfer sich an Kuchen, Würstchen oder auch Fischbrötchen stärkten, erzählte Heimatvereinsvorsitzender Rainer Meißner, auf welche Höhepunkte sich Einheimische und Gäste beim immerhin schon 116. Heimatfest freuen durften.

Schon am Freitag hatte der heimische Jugendklub eine angesagte Disco angesetzt, die bis morgens fünf Uhr Party machte. Sogar Gäste aus Berlin hatten die Anreise nicht gescheut, um hier mitzuschwofen. Und während einige Disco-Fans sich am Samstag noch erholten, wurden die Kinder der Großen Gruppe aus dem „Haus der kleinen Heidemäuse“ unruhig.

Knirpse haben fleißig geübt

Die 16 Drei- bis Sechsjährigen hatten fleißig geübt. Ihre Mühe und auch die ihrer Erzieherinnen wurde mit kräftigem Beifall belohnt. Das Publikum war begeistert und Rainer Meißner bestätigte: „Unser Kindergarten ist immer ein Besuchermagnet.“

Auch Petrus sollte nach 116 Versuchen nun endlich verstehen, dass sich die Groß Naundorfer weder durch Sturm, noch durch Platzregen oder andere Widrigkeiten von ihrem Heimatfest abbringen lassen. Auch an diesem Wochenende hatte er ihnen kein Traumwetter beschert. Aber selbst als es junge Hunde regnete, verloren Petra und Jürgen Ciszag im Kassenhäuschen am Eingang des Festgeländes weder ihren Humor noch ihre Zuversicht: „Wir sind stolz drauf, dass bei uns überhaupt noch was gemacht wird. Woanders ist alles schon eingeschlafen. Und mit dem Wetter“, sie zuckten die Schultern, „so schlimm ist der Regen doch nicht.“ Sprachen’s und rückten im kuscheligen Kassenhäuschen noch ein wenig enger zusammen.

Wolfgang Humpisch animiert als Sergej vom Wodka-Trio zu Stimmung.
Wolfgang Humpisch animiert als Sergej vom Wodka-Trio zu Stimmung.
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