Wasserballer Eckart Segnitz Wasserball: SV Blau-Weiß Hettstedt stieg sogar in die DDR-Oberliga auf

Hettstedt - „Fußball kann jeder spielen, aber Wasserball nicht“, spötteln die alten Herren der Hettstedter Wasserballer, wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Fakt ist aber auch: Wasserball ist ein harter Sport, bei dem Nehmer-Qualitäten gefragt sind und man vor allem ein guter Schwimmer sein muss. Das bestätigt auch Eckart Segnitz.
Der heute 74-jährige, pensionierte Sportlehrer gehört den Wasserballern seit seinem zehnten Lebensjahr an, ist heute noch aktiv und Präsident der Sektion Wasserball des Hettstedter SV Blau-Weiß.
Olaf Fieber erklärt die Regeln für Wasserball
Die Regeln des Spiels dürften nur den wenigsten bekannt sein. Olaf Fieber gibt einen kleinen Einblick: So ist ein Spielfeld 20 mal 30 Meter groß und eine Mannschaft besteht aus einem Tormann und sechs Feldspielern, die als einzige Schutzkleidung eine Badekappe mit Ohrenschutz tragen. Zu den weiteren Besonderheiten des Reglements zählen die Tatsachen, das lange Fingernägel nicht geduldet werden und die Körper der Spieler nicht eingefettet oder geölt sein dürfen. Gespielt werden je vier Durchgänge á acht, bei den Senioren sieben Minuten. Heißt: Bei einem Spiel müssen unter der Leitung von zwei Schiedsrichtern die Spieler rund eine Stunde im Becken schnell auf und ab schwimmen, den Ball koordinieren und möglichst viele Tore erzielen.
„Ich liebe die Zweier-Duelle im Wasser und natürlich dieses Element“, sagt Eckart Segnitz, der sich scherzhaft als „Exot“ im Team bezeichnet. Schließlich seien die meisten der Wasserballer ehemalige Schwimmer und Absolventen der Sportschule. Eckart Segnitz hingegen war gleichzeitig auch Nordischer Kombinierer, der im Winter zunächst von der Schanze sprang und dann anschließend in der Loipe auf den Skiern sein Bestes gab.
SV Blau-Weiß Hettstedt stieg sogar in die DDR-Oberliga auf
Seinen Anfang nahm der Wasserball in den 1950er Jahren, erzählt Segnitz. Was zunächst mit Turnieren begann, entwickelte sich schnell zu einer Erfolgsgeschichte: Mehrfach gewannen die Kupferstädter die Bezirksmeisterschaft. Seine größte Zeit erlebte der Verein in den 1980ern, als man sogar bis in die DDR-Oberliga, damals die höchste Spielklasse, aufstieg.
Damals, als sie noch im aktiven Spielbetrieb waren, gehörten mehr als 35 Spieler zur Mannschaft. Bis 2003 wurde bei Blau-Weiß noch Wasserball aktiv gespielt. Dann musste der Spielbetrieb eingestellt werden, weil es in der Winterzeit keine Trainingsmöglichkeiten mehr gab. Zwar könnte die Schwimmhalle in Hettstedt angemietet werden, was aber nach Angaben der Sportler finanziell nicht zu stemmen wäre.
„Das ist aber kein Grund mit dem Wasserball aufzuhören“, erklären die Männer. Seit Jahren trainieren sie in den Sommermonaten im Hettstedter Freibad jeden Montagabend. Die alten Herren, wie sie sich gern selbst bezeichnen, kennen sich über viele Jahrzehnte und sind über die vergangenen Jahre zu Freunden geworden, die auch viele Dinge gemeinsame unternehmen. So gehört ein jährliches Schlachtefest zu den Ritualen, genau wie ein Treffen zu Walpurgis und Himmelfahrt. Im Herbst treffen sich die 21 Mitglieder zum Wildschwein-Essen und Weihnachten gibt es eine kleine Feier. „Wir kennen uns länger als unsere Frauen“, witzeln sie. (mz)