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Aktion in Hettstedt Aktion in Hettstedt: Kleine und große Gärtner als Baumpaten

Von Anke Losack 06.04.2014, 22:16
Insgesamt 27 Bäume sind in die Erde gekommen.
Insgesamt 27 Bäume sind in die Erde gekommen. Klaus Winterfeld Lizenz

Hettstedt/MZ - „Bekomme ich mal deinen Spachtel“, fragt der fünfjährige Dominik den Gärtner Christian Voigt. Der „Spachtel“ ist ein Spaten und den rückt Voigt gerne raus. Dominik will nämlich beim Baumpflanzen mithelfen. Er und weitere Kinder der Hettstedter Kita „Sonnenschein“ haben sich für das Bepflanzen und Angießen ihrer neuen Blumenesche extra Gartenschürzen umgebunden.

Ihre Blumenesche ist einer von 27 Bäumen, die am Sonnabend in der Hettstedter Johann-Sebastian-Bach-Straße bei der Aktion „Pflanzen, Tanzen, Fortpflanzen“ von den jeweiligen Baumpaten in die Erde gebracht wurde. Zu der Aktion hatte der Verein „Kleine Welt“ aufgerufen. Das Ziel: Zusammen mit Bürgern der Stadt einen Beitrag für nachhaltige Stadtentwicklung leisten.

Die Aktion entwickelte sich am Samstag zu einem kleinen Volksfest - Grill-Würstchen, Zuckerwatte, Hüpfburg und am Abend Live-Musik. Und mit jeder Menge Ehrgeiz wurden am Nachmittag die rund sechs Jahren alten Bäume gepflanzt. Die Löcher waren vorbereitet und Gärtner Voigt vom Mansfelder Landschaftsbaubetrieb richtete die Bäume dann aus. Für das Verfüllen und Angießen waren die Paten verantwortlich.

Schüler dürfen Mit-Paten sein

Die Blumenesche der Evangelischen Grundschule Hettstedt war schnell gepflanzt, denn Carlos, Nick, Marie-Sophie und Annika packten fleißig an. Mit einem Bollerwagen, in dem kleine Schaufeln und Gießkannen lagen, waren sie mit Hortnerin Sabine Basic in die Bach-Straße gekommen. „Viele unserer Schüler sind Mit-Paten an dem Baum. Freiwillig konnten sie einen Euro bezahlen“, berichtete die Hortnerin.

Zwischen 80 und 102 Euro kostete eine Patenschaft, je nach Baumart. Für alle 27 Bäume fanden sich Paten. Es waren soziale Einrichtungen, Firmen, Vereine und Privatpersonen. Der jüngste Baumpate war der neuneinhalb Monate alte Moritz Mohr, der mit Papa Sören und Mama Bianca Schoberth aus Düsseldorf angereist war. Mit seiner kleinen blauen Schippe machte es den Anschein, als wolle Moritz selbst das Loch verfüllen. Aber bei Papa Sören ging das schneller. „Ich stamme aus Hettstedt“, sagte Mohr, der in Düsseldorf arbeitet. An Wochenenden kommt die junge Familie meist in die Heimat des Vaters. „Den Baum haben wir für unseren Sohn hier gepflanzt, weil er irgendwann nach Hettstedt ziehen wird“, meinte Sören Mohr überzeugt und seine Freundin fügte an: „Moritz soll hier mal in die Schule gehen.“ Dann werden er und sein Baum zusammen in der Stadt Hettstedt groß werden.

Verbindung zu schaffen, zwischen der Stadt Hettstedt und den Menschen, die hier leben, das ist die große Aufgabe, die sich Initiatorin Franziska Hillmer vom Verein „Kleine Welt“ gestellt hat. „Das, was man hat, sollte man schützen“, sagte sie, „gerade wo es viele Probleme mit Vandalismus und Vermüllung der Natur gibt.“ Sie würde sich wünschen, dass andere Kommunen die Aktion übernehmen und hofft, dass im nächsten Jahr auch in Hettstedt wieder gepflanzt, getanzt und fortgepflanzt wird.