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Und wenn das Rampenlicht erlischt...?

Von Detlef Färber 24.01.2007, 19:41

Halle/MZ. - Doch bei dem, was "nt"-Star Elke Richter mit ihrem befreundeten Ex-Kollegen Falk Rockstroh als Regisseur für die Bühne präpariert hat, wird zumindest diese Erwartung enttäuscht werden.

Dafür erwartet die Zuschauer ein ungewöhnliches Projekt, für das von der ursprünglichen Idee mit Hollaender nun wirklich auch kein einziger Song mehr übrig geblieben ist. Denn der Liederabend hat sich zu einer richtigen Inszenierung ausgewachsen - zu einer Collage aus Liedern und Texten von meist zeitgenössischen Autoren, in deren Mittelpunkt Elke Richter nicht nur als Schauspielerin steht, sondern als eine Frau, die die Figur, die sie darstellt, zwar nicht ist, aber durchaus sein könnte.

So beginnt das Spiel in tosendem Jubel eines begeisterten Publikums, das den Bühnenstar feiert. Doch das Thema des Stücks ist ein anderes. Es geht nämlich um die oft gestellte Frage: "Und wenn das Rampenlicht erlischt, was dann ..." Das Stück, das quasi hinter den Kulissen spielt, wird damit auch zu einer besonderen Herausforderung für die Charakterdarstellerin Elke Richter.

Ihr für Schauspieler ungewöhnliches Gesangstalent und ihre Gabe, die verschiedenen Facetten in sich zerrissener Typen auf der Bühne schillern zu lassen, versprechen ein intensives Theatererlebnis jenseits des charmant-unverbindlichen Flairs von Chanson-Programmen. Bis zur letzten Probe tüfteln Richter und Rockstroh - der in Berlin mittlerweile freiberuflich arbeitet und neben seiner Theaterarbeit auch bei Film und TV viel beschäftigt ist - an der Form des Auftritts. Denn inhaltlich hatten sich beide schnell geeinigt: auf ein gesungenes und gespieltes Porträt einer der jugendlichen Liebhaberinnen-Rolle bereits eine Weile entwachsenen Schauspielerin. Gezeigt wird der Versuch, zwischen Sehnsüchten und Enttäuschungen, zwischen öffentlichem Ruhm und privater Einsamkeit nicht zu zerbrechen. "Der rote Faden in solchen Geschichten ist man selbst", sagt Elke Richter. "Sonst gibt es keinen." Aber gerade das sei ja - genau wie im richtigen Leben - der Reiz an der Sache.

Premiere von "Eine Zigarette lang" im Puppentheater (Universitätslatz) am Freitag. Zweite Vorstellung am Samstag. Beginn: jeweils 20.30 Uhr.