1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halle
  6. >
  7. Sushi-Bar folgt Softeis-Stand

Sushi-Bar folgt Softeis-Stand

Von Heidi Pohle 11.04.2008, 16:03

Halle/MZ. - Tino Gorzewicz hat Zeit für ein Schwätzchen; Eis ist bei diesen Temperaturen nicht gerade ein Renner. Aber der 46-jährige Hallenser ist zuversichtlich, sich nach der Arbeitslosigkeit eine solide Existenz aufgebaut zu haben. Am

3. März eröffnete er am Riebeckplatz ein Softeis-Lädchen. Gerade mal 13 Quadratmeter misst sein Arbeitsplatz. Er hofft, dass sich viele Wartende an der Haltestelle schnell mal ein Eis auf die Hand gönnen. Denn von der Laufkundschaft könnte er noch nicht leben - das Areal sei noch weit entfernt von einer Flaniermeile, wie er sagt.

Auch seine beiden Nachbarn, die ebenfalls seit März präsent sind, hoffen, dass sich zwischen den Geschäften mit den Glasfassaden bald mehr Leben regt. Der eine bietet Handys an (als dritter im Rund), der andere Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren im Spätverkauf von 8 bis 24 Uhr.

"Wir sind von einer schnelleren Vermietung der Geschäfte im Rondell sowie in den beiden Ladenzeilen vor den Straßenbahn-Haltestellen ausgegangen", räumt Uta Meißner von der Immobilienverwaltung Riebeckplatz ein. Das extra für dieses Projekt gegründete Dresdner Unternehmen hatte geplant, schon im Juni des Vorjahres mindestens so weit zu sein wie jetzt. "Doch Halle ist ein schwieriges Pflaster", begründet sie die Verzögerung.

Zum einen fehle die Kaufkraft in der Region, in der es vor allem auf der grünen Wiese rings um Halle starke Konkurrenz für die Händler der Innenstadt gebe. Zum anderen schreckten die noch immer leer stehenden Hochhäuser potentielle Händler ab. Damit die Strecke vom Bahnhof über den Boulevard zum Markt eine echte Flaniermeile werden könne, müsse der obere Boulevard endlich attraktiver werden. "Dann wird auch die Insel-Lage der Riebeckplatz-Läden kein Thema mehr sein", sagt sie.

Außerdem macht Uta Meißner bürokratische Hürden - für jedes Geschäft muss eine extra Baugenehmigung beantragt werden - für die zähe Belebung mitverantwortlich. Und gute Handwerksfirmen seien für den Ausbau auch nicht immer gleich zu gewinnen.

Trotz all dieser Probleme ist sie zuversichtlich, dass sich die gläserne Geschäfte-Meile doch noch zu einer beliebten Einkaufsstrecke bei Hallensern und Gästen der Stadt mausert. Wenn man bedenke, dass die Vermarktung erst nach der Fertigstellung und nicht schon wie bei ähnlichen Objekten üblich in der Planungsphase beginnen konnte, sei der gegenwärtige Stand durchaus akzeptabel. "Aufgegeben hat noch keiner der Mieter", sagt sie. Die gesamte vermietbare Fläche ist rund 1 000 Quadratmeter groß.

Wie sie erzählt, werde voraussichtlich im Mai eine Sushi-Bar ihre Pforten öffnen und den Branchenmix aus Café, Bäcker, Imbiss, Frisör, Lebensmitteln, Zeitungen, Lotto, Telefonanbietern und einem Anwaltsbüro ergänzen. Dann seien nur noch zwei Laden-Einheiten auf der Nordseite frei. "Dort planen wir auf 160 Quadratmetern eine Gaststätte mit deutscher Küche", erläutert die Projektleiterin das Vorhaben. Weil bislang kein Betreiber für das größte Objekt der Ladenzeile gefunden werden konnte, soll das Lokal wohl nun in eigener Regie laufen und voraussichtlich im Juli fertig sein.