Steinbruch Petersberg Steinbruch Petersberg: Noch weiter in die Tiefe

Petersberg - Im Steinbruch Petersberg wollen die Betreiber noch eine Etage tiefer nach wertvollem Quarzporphyr graben. Dazu hat die Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB) einen Antrag beim Landesbergamt gestellt. Und die Behörde hat eine Genehmigung für Sommer 2015 in Aussicht gestellt. Einige Anwohner wollen diese Pläne allerdings verhindern.
Im Petersberger Steinbruch wird laut Betreiberfirma Mitteldeutsche Baustoffe GmbH (MDB) seit 1895 Quarzporphyr abgebaut. Pro Jahr würden etwa 500 000 Tonnen Gesteinsmaterial aus der Lagerstätte verkauft. Das Unternehmen strebt den Aufschluss eines weiteren Porphyr-Steinbruchs bei Niemberg nahe des „Burgstetten“-Hügels an. 2016 sollen dem Bergamt alle Antragsunterlagen dazu vorgelegt werden. Werden diese - ebenfalls sehr umstrittenen - Pläne genehmigt, will die MDB den Steinbruch in Petersberg nach und nach stilllegen. Das Unternehmen (178 Mitarbeiter) betreibt in Schwerz einen weiteren Steinbruch.
So fordert die Bürgerinitiative „Steinbruch Petersberg“ (BI), dass die Gesteinsförderung nach vollständiger Ausbeutung der derzeit im Abbau befindlichen Gesteinsschicht beendet wird. Begründung: Laut BI beeinträchtigten Lärm und Erschütterungen (vor allem durch regelmäßige Sprengungen) sowie Staubbildung die Lebensqualität in den umliegenden Ortschaften. Darüber hinaus führt BI-Sprecher Thomas Kunze aus Frößnitz ins Feld, dass die Antragsunterlagen der MDB fehlerhaft seien. „Es wurde beispielsweise nicht untersucht, welche Auswirkungen eine Vertiefung des Steinbruchs auf den Grundwasserhaushalt hat“, so Kunze. Die BI rechne mit einer Absenkung des Grundwassers - mit negativen Folgen für die Natur. Zudem sei mit Untergrundabsenkungen und Gebäudeschäden zu rechnen.
„Wir wollen rund zehn Meter weiter in die Tiefe gehen“
Nach Angaben von Betriebsleiter Boris Mocek ist der Steinbruch derzeit etwa 60 Meter tief. „Wir wollen rund zehn Meter weiter in die Tiefe gehen“, so Mocek. Dadurch könnten in den kommenden sieben Jahren zusätzliche 3,2 Millionen Tonnen Porphyr gefördert werden. Eingesetzt werde das Gestein beim Straßenbau: als Split in der Asphaltproduktion und als gröberes Material für den Untergrund.
Steinbruch-Kritiker Kunze moniert aber, dass die MDB beim Antragsverfahren eine Beteiligung der Öffentlichkeit sowie eine sogenannte Umwelt-Verträglichkeitsprüfung umgehen wolle. „Die Bürger sollen vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“ Seiner Darstellung zufolge sei das Unternehmen aber aufgrund einer Formulierung auf dem Deckblatt des Antrags dazu rechtlich verpflichtet. „Wenn keine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung erfolgt, wäre das Betrug“, sagte Kunze. Deshalb haben er und ein weiteres BI-Mitglied die beiden MDB-Geschäftsführer angezeigt.
Einer der Geschäftsführer, Peter Müller, weist Kunzes Vorwürfe entschieden zurück. „Unser Antrag zielt auf eine Ergänzung des geltenden ,Rahmenbetriebsplans’ für den Steinbruch. Dazu ist keine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung erforderlich“, so Müller. Die Anwohner bräuchten ihm zufolge keine Angst vor zusätzlicher Belästigung durch Lärm, Staub und Erschütterungen haben. Bei allem bleibe man wie bisher unter den Grenzwerten. Das Grundwasser werde nicht abgesenkt. Müller räumte ein, dass das Antrags-Deckblatt einen Fehler enthalte. Dieser sei rechtlich aber nicht relevant. Gedeckt werden Müllers Einschätzungen durch Angaben des Bergamts. Zum Thema Bürgerbeteiligung kündigt Müller an, im Gemeinde-Amtsblatt die Erweiterungspläne ausführlich zu erläutern. „Zudem haben wir der Gemeinde eine Informationsveranstaltung angeboten.“
Die Staatsanwaltschaft hat Kunzes Anzeige gegen die MDB-Führung indes bestätigt. Es werde geprüft, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, hieß es.