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Stammzellentypisierung in Landsberg Stammzellentypisierung in Landsberg: 1.264 potenzielle Spender wollen kleinem Lukas helfen

25.08.2015, 20:54
Lukas aus Chemnitz ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Stammzellenspender.
Lukas aus Chemnitz ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen Stammzellenspender. Privat Lizenz

Landsberg - Der Aufruf zur Stammzellentypisierung während des Bergfests in Landsberg war ein voller Erfolg. „561 Menschen haben sich vor Ort am Stand des Vereins für Knochenmark- und Stammzellenspende Sachsen typisieren lassen“, sagt Jens Diedrich. 703 Menschen habe sich zudem online gemeldet und bekommen Typisierungssets zugeschickt. Eine Typisierung erfolgt mittels zweier Wattestäbchen, mit denen Speichel von der Innenseite der Wange entnommen wird.

Jens Diedrich aus Landsberg hat die Aktion gemeinsam mit dem Verein aus Sachsen ins Leben gerufen. Sein Enkel, der dreijährige Lukas, der in Chemnitz zu Hause ist, hat Leukämie. Da bisherige Therapien nicht so angeschlagen haben wie erwünscht, braucht er dringend einen Stammzellenspender. In den bestehenden Spenderdatenbanken und in der Familie konnte kein geeigneter Spender gefunden werden, bei dem die geforderten Gewebemerkmale mit denen von Lukas übereinstimmen. Eine Stammzellentransplantation ist nur möglich, wenn der Spender „ein genetischer Zwilling“ des kleinen Jungen ist.

Wer kann sich typisieren lassen? Jeder zwischen 18 und 55 Jahren, der „weitgehend gesund“ ist. Die Daten der Spender bleiben in verschlüsselter Form bis zum vollendeten 61. Lebensjahr im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) gespeichert.

Was ist das ZKRD? Im ZKRD laufen alle für die Suche nach einem Spender relevanten Daten aus ganz Deutschland zusammen. In Deutschland gibt es insgesamt 28 Dateien. Die Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) ist eigenen Angaben zufolge die achtgrößte Spenderdatei.

Wie funktioniert die Typisierung? Ganz einfach. Der Spender gibt eine Blutprobe ab. Drei Milliliter reichen schon. Das Blut wird auf die Gewebemerkmale untersucht. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Speichelprobe: Wattestäbchen anfordern, Wangenabstrich nehmen. Fertig.

Wo kann man sich typisieren lassen? Typisierungsaktionen sind meist an die Blutspendetermine vom Deutschen Roten Kreuz gebunden. Spendewillige können sich aber jederzeit bei der DSD melden.

Was ist der Unterschied zwischen einer Knochenmarkentnahme und einer Stammzellenspende? Bei der Knochenmarkentnahme wird unter Vollnarkose etwa ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen entnommen. Die Stammzellenspende erfolgt aus dem Blut über die Armvene. Der Spender bekommen drei bis fünf Tage vorher ein Medikament, dass die Produktion der Blutstammzellen anregt. „Eine Knochenmarkentnahme passiert nur noch in fünf Prozent der Fälle“, in der Regel für die Behandlung von Kleinkindern, erklärt Heinz Robens, Geschäftsführender Gesellschafter der DSD.

Angedacht sei auch noch eine weitere Typisierungsaktion mit dem DRK, das am 10. September in Landsberg im Gymnasium vor Ort ist und eine Blutspendeaktion durchführt. (mz/ccr)