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Neuer Kanal, neue Straße

Von HEIDI JÜRGENS 08.05.2009, 17:35

HALLE/MZ. - "Wieder frei?", noch etwas ungläubig schaute am Freitagmittag Hans-Jürgen Ulrich an der Kreuzung Reideburger Landstraße / Otto-Stromps-Straße / Fritz-Hoffmann-Straße aus seinem Auto. Dann schaltete er sein bereits Linksabbiegen signalisierende Blinklicht wieder aus. Tatsächlich - eben war die Sperrung der Fritz-Hoffmann-Straße aufgehoben worden. Ulrich konnte - aus Reideburg kommend - geradeaus über die neue Asphalt-Fahrbahn in Richtung Berliner Straße fahren. "Super", sagte er und gab er Gas.

Seit August vergangenen Jahres war die Hoffmann-Straße zwischen Stomps- und Einmündung Grenzstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt, weil auf einer Länge von 440 Metern zwischen Stomps- und Geraer Straße der marode Mischwasserkanal durch einen neuen ersetzt wurde. Im Anschluss wurde die Straße mit einem Dünnschichtbelag aus Asphalt überzogen.

"Wir haben etwa 1,9 Millionen Euro investiert und keine Fördermittel beansprucht", sagte Lutz Gaudig, Geschäftsführer der Halleschen Wasser- und Abwasser GmbH, am Freitag anlässlich des Abschlusses der Baumaßnahme. Der Kanal sei in "unterirdischem Rohrvortrieb" gebaut worden, das heißt, die Straße wurde nicht komplett aufgerissen. Lediglich zwei Start- und Zielgruben mussten geschachtet werden. Die neue Abwasserleitung hat einen Durchmesser von 1,20 bis 1,40 Metern, sie liegt dreieinhalb bis fünf Meter in der Tiefe. Marode Hausanschlüsse wurden im Zuge dieser Bauarbeiten mit erneuert.

Der Kanal wird von nun an das Mischwasser aus Diemitz aufnehmen und weiter über den Haupterschließungskanal zum Pumpwerk in Büschdorf leiten, von dort aus gelangt es über Druckleitungen zur Kläranlage Halle-Nord. Gaudig dankte ausdrücklich allen am Bau beteiligten Firmen und der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit. Und er verwies darauf, dass der neue Kanal auch eine Voraussetzung dafür sein könne, dass sich hier im halleschen Osten weitere Firmen ansiedeln könnten.

Im Anschluss an den Kanalbau ist der alte, schadhafte Straßenbelag zwischen den Einmündungen Geraer und Otto-Stomps-Straße - insgesamt eine Fläche von 3 000 Quadratmetern - asphaltiert worden. Dafür setzte die Stadt Halle 130 000 Euro ein. Anlieger müssen weder für den Kanal- noch für den Straßenbau Kosten tragen, weil es sich dabei nicht um Neubauten handelt.

Vorgesehen ist, noch in diesem Jahr in der Apoldaer Straße mit der Erneuerung des Mischwasserkanals zu beginnen, auch hier will man die Straße anschließend asphaltieren, wobei im Gegensatz zur Hoffmann-Straße das derzeit vorhandene Pflaster entfernt werden soll. Im Zeitraum 2010 / 2011 ist das Gleiche für die Berliner Straße geplant. 2012 soll der Abschnitt in der Fritz-Hoffmann-Straße zwischen Geraer und Helmut-von-Gerlach-Straße an die Reihe kommen.

Nach Möglichkeit will die Stadt für den vorgesehenen Straßenbau jeweils Geld aus dem Konjunkturpaket II nutzen. "Wir haben die Vorhaben in Magdeburg angemeldet", sagte Straßen- und Tiefbauamts-Leiter Martin Heinz, mit einer Entscheidung rechnet er in den kommenden Wochen.