Lärm nervt die Anwohner
Halle/MZ. - Martina Emsel aus Reideburg, Birgit Behrend aus Büschdorf, Dieter Witzel aus Radewell, Frank Dietze von der Silberhöhe und andere Anwohner schilderten, wie sehr ihnen der nächtliche Fluglärm zusetzt. Vom Pressesprecher des Flughafens Leipzig / Halle, Uwe Schuhart, erfuhren sie, dass seit April mit einem mobilen Messgerät der nächtliche Fluglärm gemessen wird. Es steht für ein Vierteljahr in Zwintschöna, dann in Büschdorf oder Dölbau, wo genau, entscheidet die Fluglärm-Kommission. Diese Daten haben die Bürger bislang vergeblich im Internet gesucht. "Das wird sich in den nächsten Tagen ändern", versprach Schuhart, der darauf hinwies, dass der Flughafen erst ab 2009 verpflichtet ist, diese Daten zu veröffentlichen. Werden die vorgeschriebenen Lärm-Parameter nicht eingehalten, müsse der Flughafen nachbessern.
Zu Beschwerden über Piloten, die die Flugrouten vermeintlich verlassen sowie zu tief fliegen, sagte er, dass man solche Verstöße melden könne; sie würden geahndet. Möglich sei dies unter der kostenlosen Nummer 0800 / 007 8766 (von 8 bis 16 Uhr) und per E-Mail: [email protected]. Flugbewegungen könne man im Internet verfolgen unter www.dfs.de
Wie Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) sagte, werde die Stadt die Problematik mit einer Arbeitsgruppe ab September begleiten, wenn erste Messergebnisse vorliegen. Es würden alle gesetzlichen und technischen Möglichkeiten zum Lärmschutz ausgeschöpft; wobei Halle keine Entscheidungsbefugnis habe.
Mehr Lärm und mehr Abgase befürchtet Evelyn Walter, wenn die Straßenbahn künftig bis Büschdorf fährt. Dieser Auffassung widersprach Baudezernent Thomas Pohlack: "Das Gegenteil ist der Fall, weil Autos an den Haltestellen-Inseln nicht mehr stoppen müssen." Holger Bläss von der Bürgerinitiative Diemitz schilderte, wie sehr Lkw, die von der Grenzstraße bis zur Berliner Straße fahren, vor allem nachts nerven. "An Tempo-30-Schilder hält sich kaum ein Fahrer", so Bläss. Die OB versprach, Lärmmessungen wieder aufzunehmen und gegen Tempo-Überschreitungen vorzugehen. Bläss beklagte zudem, dass keinerlei Lärmschutz beim Ausbau des Güterbahnhofs vorgesehen sei. Auf Maßnahmen, um Lärm zu vermeiden, müsse beim Genehmigungsverfahren geachtet werden, sagte Pohlack.
Fast zweieinhalb Stunden dauerte das Bürgerforum in den Bergmannstrost-Kliniken. Von der Fragezeit gingen anfangs 45 Minuten ab für einen Film über den Stadtteil sowie für zwei Vorträge. Das, so meinte Gisela Leibe aus Beesen, sei zwar interessant gewesen, aber fehl am Platze. "So etwas sollte vor dem Forum laufen oder auf andere Weise vermittelt werden."