Halle/Saalekreis Halle/Saalekreis: Pilgern über Bauschutt
HÖHNSTEDT/MZ. - "Jede Menge Bauschutt ist hier abgelagert worden. Das ist einfach unmöglich, handelt es sich doch hier um einen Abschnitt des Luther-Pilger-Weges durch Mitteldeutschland. Das ist wahrlich kein Aushängeschild für den Landkreis", heißt es. Ein anderer Leser äußert die Vermutung, auf diesem Pfad habe die Agrargenossenschaft jenen Bauschutt abgelagert, der beim Abriss alter, nicht mehr genutzter Stallungen angefallen ist.
Ortsbürgermeister Uwe Ringleb (parteilos) wurde von der Nachricht kalt erwischt. "Ich kann dazu jetzt gar nichts sagen", so Ringleb auf MZ-Anfrage. Er wolle sich aber vor Ort umsehen, so der Ortschef weiter. Der Luther-Pilgerweg führt von Höhnstedt nach Eisleben und auch nach Wittenberg - beide Orte sind mit dem Wirken des Reformators Martin Luther verbunden.
Das Ergebnis: Auf dem kleinen Wanderweg lagere tatsächlich Bauschutt. Seine Erkundigungen hätten ergeben, so Ringleb zur MZ, dass die Agrargenossenschaft diesen Weg verfüllt habe, weil er für die schwere Erntetechnik und die Transportfahrzeuge nicht befahrbar gewesen sei.
Der Geschäftsführer des Landwirtschaftsunternehmens, Thomas Maennicke, bestätigte das. "Wir haben dort zwei Schläge von etwa 90 Hektar Acker, auf denen Zuckerrüben angebaut werden. Um sie zu ernten, mussten wir die mit Schlamm und Wasser gefüllten Löcher auf dem Weg zuschütten, um überhaupt zu den Ackerflächen zu gelangen", sagte Maennicke. Zu diesem Zwecke habe die Agrargenossenschaft bei einer Gesellschaft für Baustoffrecycling das Füllmaterial geordert. Dabei handele es sich um zerkleinerte Ziegel und Betonteile. "Das Material und seine Ablagerung sind vom Umweltamt des Landkreises Saalekreis genehmigt worden. Der Bauschutt ist auch mit einem entsprechenden Zertifikat versehen", so der Geschäftsführer weiter. Bauschutt vom Abriss alter Ställe der Genossenschaft sei nicht auf den Pilger-Weg gebracht worden. "Den haben wir ordnungsgemäß entsorgt", fügte er hinzu.