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Halle/Saalekreis Halle/Saalekreis: Bedrückende Enge hat ein Ende

Von JAN MÖBIUS 09.03.2011, 16:40

TEUTSCHENTHAL/MZ. - Ihre Schutzsachen haben die freiwilligen Feuerwehrleute im Teutschenthaler Ortsteil Holleben seit langem nicht mehr in der Nähe ihrer Fahrzeuge hängen. Beim Rangieren mit den drei Autos, die den Brandschützern zur Verfügung stehen, müssen die Fahrer äußerste Vorsicht walten lassen. Und die Jugendfeuerwehr ist im bisherigen Gerätehaus überhaupt nicht untergebracht. Bereits seit der Wende steht fest: Ein Neubau muss her. Nun geht der Traum in Erfüllung. Bis August nächsten Jahres soll das Gerätehaus stehen.

Rund 570 000 Euro wird das Vorhaben laut Wehrleiter Helmut Kitze kosten. Fast 180 000 Euro davon übernimmt das Land Sachsen-Anhalt. Den entsprechenden Fördermittelbescheid hat Innenminister Holger Hövelmann (SPD) den Feuerwehrleuten selbst gebracht.

Kitze ist bei dem Bauprojekt vor allem wichtig, dass seine Wehr und die umfangreiche Ausrüstung endlich komplett unter einem Dach vereint sind. Denn bisher sind die Brandschützer an vier verschiedenen Standorten untergebracht, unter anderem in Gemeinderäumen und in Containern. Auch erfülle das bestehende Gerätehaus nicht mehr die von Gesetzgeber und Unfallkasse geforderten Normen, so Kitze. Zwischen den Einsatzfahrzeugen sind nur wenige Zentimeter Platz. Zudem werden in den Fahrzeughallen wichtige Einsatzmittel wie Schaumkanister und Gerätschaften für den Hochwasserschutz gelagert. Das Wehrleiterbüro verdient eigentlich den Namen nicht. Und für die weiblichen Einsatzkräfte gibt es nur eine kleine Kammer, in der sie sich im Alarmfall auf engsten Raum umziehen können. "Das neue Haus ist streng nach den geforderten Normen geplant", so Kitze. Sozial- und Versammlungsräume gehören ebenso dazu, wie ausreichend Platz für Fahrzeuge, Geräte und Zubehör. "Wir hoffen damit auch, die Feuerwehr wieder attraktiver machen zu können und somit auf mehr Zulauf", sagte Kitze. Im August 2012 wollen er und seine Kameraden ihr neues Gerätehaus einweihen - zum 110. Geburtstag der Wehr.

In Holleben engagieren sich derzeit 32 Frauen und Männer in der freiwilligen Feuerwehr. Zu rund 50 Einsätzen rücken sie jährlich aus. Vor allem bei Unfällen leisten sie dabei häufig wertvolle Hilfe, wie Kitze sagte. Dieses Engagement wird in der Gemeinde hoch anerkannt. "Wir stehen hinter der Feuerwehr. Sie ist Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens im Ort. Wir haben den Grundsatzbeschluss zum Neubau im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht", sagte der Gemeinderatsvorsitzende Günther Scholz.