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Halle Halle: Magische Momente im NT

07.04.2011, 16:57

Halle (Saale)/MZ/DFA. - Heute ist sie einer der Stars des Hauses. Fast die gesamten drei Jahrzehnte des Neuen Theaters hat Elke Richter hier als Schauspielerin mit gestaltet. Zum Jubiläum am Freitag erinnert sie sich an magische Momente, schwierige Zeiten und an ein Haus, in dem es eins wohl nie gab: Langeweile. Doch um ein Haar wäre es mit Elke Richter und Halle nichts geworden. Denn die für Gründungsintendant Peter Sodann fast schon obligatorische Frage im Einstellungsgespräch lautete auch bei dieser 21-jährigen Berufseinsteigerin: "Kannst du mauern, Fliesenlegen, putzen?"

Nein, das konnte Elke Richter nicht - nur wunderbar Theater spielen. Aber gerade noch rechtzeitig fiel ihr eine hier passende Antwort ein: "Ich kann auf den Fingern pfeifen." Das dürfte Sodann gefallen haben, schließlich muss ja auch auf einer Theaterbaustelle immer mal gepfiffen werden. Doch nicht nur das. Wie das gesamte Ensemble hat auch Elke Richter kräftig zugepackt beim Dauer-Aufbau der Kulturinsel. "Wenn Kollegen im Kostüm vorbei liefen, waren wir schon auch mal neidisch", erzählt sie. Andere dann wohl auch bei ihr, denn Elke Richter hat in ihren Hauptrollen etwa in der "Die amerikanische Päpstin" oder als Medea und Maria Callas für einige der magischen Momente in diesem Haus gesorgt. Oder auch mit ihren psychologisch hoch präzise gestalteten Figuren in etlichen Beziehungskisten wie zuletzt "Szenen einer Ehe".

Zu den magischen Momenten in diesem Haus zählt für sie auch der Tag der deutschen Einheit 1990, als die beiden Hymnen gesungen wurden, und vor allem das Festival "Theater der Welt". Das sei wie ein "kultureller Aufruhr in Halle" gewesen, meint die Schauspielerin. Neben ihr und anderen Stars wie Hilmar Eichhorn, Reinhard Straube oder Danne Hoffmann, die noch am Haus sind, werden zur Gala am Freitag, die ausverkauft ist, auch namhafte Ehemalige erwartet: So Falk Rockstroh, der am Wiener Burgtheater spielt, oder Thomas Bading und Bernd Stempel vom Deutschen Theater in Berlin.