1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halle
  6. >
  7. Gesundheit in Halle: Gesundheit in Halle: Frühe Hilfe für auffällige Kinder

Gesundheit in Halle Gesundheit in Halle: Frühe Hilfe für auffällige Kinder

Von Silvia Zöller 01.03.2014, 10:55

Halle (Saale)/MZ - Was tun, wenn der Fünfjährige zappelig ist, sich nicht konzentrieren kann und im Kindergarten wegen seiner Verhaltensauffälligkeiten in eine Außenseiterrolle gedrängt wird? „Die Zahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten nimmt zu“, sagt Horst Nenke. Auch Kinderärzte bestätigten dies. Der Geschäftsführer des Vereins „Lebenstraum“ muss das wissen, denn in dem vom Verein aufgebauten interdisziplinären Therapiezentrum zur Frühförderung von Kindern gibt es eine große Nachfrage. Derzeit suchen sich dort 75 Familien Hilfe. Verhaltensauffällige Kinder können dort von der Geburt bis zur Einschulung speziell gefördert und therapiert werden.

„Wir haben einen ganzheitlichen Ansatz“, betont Nenke. Frühförderung, so die Ausrichtung der Therapie, kann nur funktionieren, wenn Eltern mit eingebunden werden und sie in einer liebevollen Beziehung zu ihrem Kind lernen, es zu fördern. Das bedeutet, dass Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten und Heilpädagogen nicht nur mit dem Kind, sondern bei der Therapie auch immer mit Vater und Mutter im Dialog sind.

Das Gute in dem Kind herausholen

Was das konkret bedeutet, erläutert Michael Westermann, Leiter des Interdisziplinären Zentrums: Die Eltern beobachten das Kind beispielsweise beim Spielen und so können die Fachleute schon erste Probleme erkennen. Etwa, wenn die Mutter immer eingreift und das Kind gar nicht selbst handeln lässt.

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern, so die Erfahrungen beim Lebenstraum, kommen quer durch alle Schichten vor. Nicht nur in Familien aus problematischen Verhältnissen, sondern auch da, wo beide Eltern arbeiten und deswegen wenig Zeit haben, oder nach einer Trennung der Eltern. „Wir wollen durch die Therapie das Gute in dem Kind herausholen und es spielerisch fördern“, sagt die pädagogische Leiterin Diana Franke. Dabei werde auch mit der Kita oder dem Kindergarten zusammengearbeitet.

Der Vorteil des interdisziplinären Zentrums liegt in der Bündelung der Angebote. „Wir können die Eltern bei allen Anträgen begleiten, sie müssen nicht an verschiedenen Stellen ihr Problem vortragen“, sagt Horst Nenke. Nach einer Diagnose wird ein Antrag bei der Stadt gestellt und nach der Bewilligung eine individuelle Therapie festgelegt, die unter einem Dach stattfindet. Wer Hilfe sucht, kann sich kostenlos beraten lassen.

Kontakt über die Nummer

Tel.: 0345/5 20 02 51