Frohe Zukunft Frohe Zukunft: Schulbelegschaft verweigert Umzug

HALLE/MZ - Eltern und Lehrer der Grundschule Frohe Zukunft proben gemeinsam den Aufstand: Sie weigern sich, in die leere, benachbarte ehemalige Sekundarschule umzuziehen. Dort lässt die Stadt gerade den Brandschutz verbessern. Demnächst sollen die derzeit 216 Grundschüler, für die in ihrer jetzigen ebenfalls unsanierten Grundschule zu wenig Platz ist, umziehen.
Doch Eltern und Lehrer verweigern sich. Ein bisher in Halle wohl einmaliger Vorgang. „Beim von der Stadt geplanten Umzug würden die Kinder vom Regen in die Traufe kommen. Ein Umzug hätte derzeit praktisch nur Nachteile“, sagt Jork Winterfeld, Vorsitzender des Schulelternrates. Denn im Gebäude der leerstehende Sekundarschule, das sich weitestgehend im Zustand seiner Erbauung im Jahr 1956 befinde, seien Fenster, Fassade, Wärmeschutz und Dämmung fast 60 Jahre alt. Eine äußerst unzuverlässige Heizungsanlage aus dem Jahr 1994 verursache jeden Winter Probleme, die Fußböden und der komplette Innenbereich seien seit Jahren stark abgenutzt. In dem nicht mehr nutzbaren Keller stehe regelmäßig Wasser. „Die jetzt erfolgten Brandschutzmaßnahmen haben diesen Zustand nicht im Geringsten verbessert.“ Grundschulleiter Steffen Hunkert sagt: „Hinzu kommt, dass wir in diesem Gebäude weder einen Speisesaal noch eine Turnhalle zu Verfügung haben, auch Fachkabinette fehlen.“
Die Kinder müssten also bei Wind und Wetter mehrmals täglich die Gebäude wechseln, was zu einer ständigen Unterbrechung des Lernrhythmus führen würde. Aus schulorganisatorischer Sicht habe Hunkert dabei erhebliche Bedenken. Zudem würden durch die weitere Nutzung der Fachkabinette und des Speiseraumes im alten Gebäude darüber hinaus laufende Kosten für gleich zwei marode Gebäude anfallen.
Einstimmig hat sich die Schulkonferenz dafür ausgesprochen, den Umzug der Grundschüler so lange auszusetzen, bis das Ersatzgebäude in einen für Schüler und Lehrer zumutbaren Zustand versetzt ist.
Dafür nimmt man weiter den Zustand der jetzigen Grundschule in Kauf. Vor zwei Jahren hatten die Eltern wegen der unhaltbarer hygienischer Zustände Alarm geschlagen. Diese hat die Stadt inzwischen auch verbessert. Doch vor allem gibt es ein Platzproblem: Die vierten Klassen teilen sich Räume mit dem Hort, außerhalb des eigentlichen Grundschule. Mit dem Umzug in die Sekundarschule sollte das Problem eigentlich gelöst werden.
Stattdessen fordern Elternvertreter und Lehrer gemeinsam eine dauerhafte Lösung. „Sollte die Kommune Fördermittel zur Sanierung der Schule erhalten, müssten die Schüler wieder in das alte Gebäude zurückziehen. Momentan herrscht aber Baufreiheit im ehemaligen Sekundarschulgebäude. Das ist eine einmalige Chance, eine dauerhafte Lösung für eine ,frohe Zukunft’ der Schule herbeizuführen, die sich die Kinder, Lehrer und Eltern seit mehr als zwanzig Jahren wünschen“, sagt Claudia Dittmar vom Förderverein.