Denkmalschutz Denkmalschutz: Sanierung am Dom in Halle bald abgeschlossen

Halle (Saale)/dpa. - Der zu DDR-Zeiten fast völlig verfallene Dom inHalle erstrahlt in neuem Glanz. Er ist nahezu komplett saniert. «DieArbeiten werden 2012/13 mit dem Aufbau des Barockaltarsabgeschlossen», sagte der Bauabteilungsleiter der Stiftung Dome undSchlösser in Sachsen-Anhalt, Ralf Lindemann, der dpa. Die Stiftungkoordiniert seit 1997 die Arbeiten. Den Gesamtbetrag für dieSanierung seit der Wende bezifferte Lindemann auf rund sechsMillionen Euro. Die Mittel kamen vom Land sowie von der DeutschenStiftung für Denkmalschutz (Bonn) und der Deutschen BundesstiftungUmwelt (Osnabrück).
Der durch seinen Kranz von Rundbogengiebeln auffallende Sakralbauhat nun trockengelegte Mauern sowie eine neues Dach und neue Fenster.«Zu den Restaurierungsarbeiten im Innenraum gehörten die gesamteAusmalung der Wand- und Gewölbeflächen sowie der Pfeiler», sagteLindemann. Die Bauarbeiter sanierten zudem den Fußboden, ergänztenfehlende Treppenstufen - und reinigten und konservierten diesteinerne Kirchenkanzel.
Die Gemeinde hofft nun auf Spenden für eine neue Orgel. DieWäldner-Orgel von 1851, benannt nach einem halleschen Orgelbauer, istseit fünf Jahren verstummt. Die Kosten für die Generalsanierungbezifferte die Kirchenführerin der evangelisch-reformiertenDomgemeinde, Gisela Hintzsche, auf rund 500 000 Euro. Einst hatteGeorg Friedrich Händel (1685-1759) in dem Gotteshaus Orgel gespielt -als Domorganist.
Der Dom ist der einzige frühgotische «Großbau» der Saalestadt.Dominikanermönche errichteten ihn ab 1271 als einfach ausgestattetePredigerkirche. Der Hohenzollern-Kardinal Albrecht von Brandenburg(1490-1545), der auch Erzbischof von Magdeburg und Mainz war, machteHalle zwischen 1513 und 1541 zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort. Erließ die schlichte Kirche ab 1520 im Stil der Renaissance nach demVorbild der «Scuola di San Marco» in Venedig als turmloses Gebäudemit steilem Kirchendach und mächtigem Rundgiebelkranz umbauen. 1523wurde das Gotteshaus von Albrecht als Stiftskirche neu geweiht - undzum Dom ernannt.
Der Dom zu Halle sollte damals das Zentrum einer katholischenUniversität werden, die Albrecht mit päpstlicher Genehmigungerrichten wollte. Die berühmtesten Maler der Zeit waren an derAusgestaltung beteiligt: Lukas Cranach, Albrecht Dürer und MatthiasGrünewald waren für die Altarbilder zuständig. Im Jahr 1541 mussteAlbrecht allerdings Halle verlassen - wegen der Reformation. Er nahmmit, was sich mitnehmen ließ. Viele der Kunstwerke befinden sich nunvor allem in bayerischen Museen.