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Billy Idol in Halle Billy Idol in Halle (Saale): Ein Blick hinter die Kulissen der Show

Von Maximilian Mühlens 16.07.2018, 10:24
Bevor Billy Idol am Samstagabend in Halle auftreten konnte, hatten die Produktions-Mitarbeiter alle Hände voll zu tun.
Bevor Billy Idol am Samstagabend in Halle auftreten konnte, hatten die Produktions-Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. Silvio Kison

Halle (Saale) - Mehr als 7.500 Besucher feierten am Samstagabend bei bestem Open-Air-Wetter auf der Peißnitzinsel ausgelassen beim Konzert der britischen Punkrock-Ikone Billy Idol. Doch damit das knapp dreistündige Konzerterlebnis für die Besucher auch reibungslos verläuft, ist im Vorfeld und während des Konzerts jede Menge zu tun. Die MZ hat die Aufbauarbeiten und die Mitarbeiter bei ihrer Arbeit begleitet.

Donnerstag, 10.46 Uhr: Das Gelände wird eingezäunt

Es ist kalt, es regnet, das Gras vor der Freilichtbühne auf der Peißnitzinsel saugt sich allmählich mit Wasser voll. Währenddessen schleppen Marko Herold und Sam Stewart Zaunelemente über das Konzertgelände und stecken diese in die zuvor verteilten Ständer. Ein großer Gabelstapler, der den Männern folgt, hat die Zaunelemente auf seine stählernen Zinken geladen.

Immer wieder drehen sich die beiden Helfer zum Stapler um und nehmen sich das nächste Element. „Später bringen wir an die Zäune noch den Sichtschutz an“, erklärt der Aufbauhelfer. An einigen Zäunen hängen die blauen Planen schon. Insgesamt ist der Zaun rund einen Kilometer lang.

„Wenn ich am Konzerttag nichts mit dem Künstler zu tun hatte, war es ein super Tag.“

Einige hundert Meter weiter steht Kevin Gläsel auf der Bühne. Der Mann mit der Kappe und dem Vollbart lässt seinen Blick über das Gelände schweifen. Gläsel ist der Technische Leiter - bei ihm laufen für den technischen Ablauf alle Fäden zusammen. Sein Blick fällt auf einen Gastronomiewagen, der seitlich an der Bühne steht. „Der Wagen ist schon mal da, um Wasserproben zu entnehmen. Die gehen dann ins Labor“, erklärt der 37-Jährige. Seit 19 Jahren ist er in der Branche aktiv und war unter anderem mit Unheilig und Rosenstolz auf Tour. Von den Konzerten selbst bekommt er nicht so viel mit, dafür muss er sich um zu viele Dinge kümmern.

Kontakt mit den Künstlern hat er in der Regel auch nicht. „Wenn ich am Konzerttag nichts mit dem Künstler zu tun hatte, war es ein super Tag“, sagt Gläsel lachend. Denn dann gab es keine Beschwerden. Noch sind es knapp zweieinhalb Tage bis Billy Idol Halle rocken wird - bis dahin haben die rund 50 Produktionshelfer noch einiges zu tun auf der Peißnitzinsel. „Vier Wochen vor dem Konzert wird alles ganz genau geplant“, so Gläsel. Es gibt Rücksprachen mit der Stadtverwaltung, das Sicherheitskonzept wird ein weiteres Mal überprüft und die notwendigen Genehmigungen werden eingeholt.

Kevin Gläsel schaut in den wolkenverhangenen Himmel und sagt: „20 Grad und kein Regen - das wäre das perfekte Aufbauwetter“. Doch es soll am nächsten Tag anders kommen: Die Sonne knallt auf das Konzertgelände, das Thermometer zeigt mehr als 30 Grad an.

Freitag, 17.40 Uhr: Er ist der Herr über die Scheinwerfer

„Immerhin regnet es nicht“, sagt Gläsel lachend. In der Zwischenzeit hat sich viel getan: 14 Gastronomie- und Getränkestände wurden platziert, für die Technik wurde ein kleiner Tower vor der Bühne aufgebaut. Die sogenannten Wavebreaker, die die Besucher trennen, stehen auch schon. 60 Dixie-Toiletten wurden geliefert und in Reih und Glied aufgestellt.

Auch die Bühne hat sich verändert: Der Groundsupport - darunter versteht man die Elemente, die die Technik tragen - wurde errichtet. Lautsprecher und Scheinwerfer werden eingerichtet. Paul Zschornack kümmert sich um die Beleuchtung. Während des Konzertes sitzt er hinter einem Vorhang und steuert das Licht. „Ich habe hier mehr als 40 Scheinwerfer, die ich über ein Pult bediene - Billy Idol bringt allerdings noch eigene Technik mit“, so der 24-Jährige.

Damit alles glatt geht, wacht ein farbenfrohes Einhorn an seinem Arbeitsplatz. „Helga habe ich zur bestandenen Abschlussprüfung bekommen - seitdem ist sie überall dabei“, erklärt er lachend.

Samstag, 14.45 Uhr: 70 Sicherheitsleute im Einsatz

Die Mitarbeiter an den Gastronomieständen füllen die Lager mit Würstchen, Fleisch und Getränken auf. Der Rettungsdienst der Malteser verlegt ein Stromkabel, damit die Kaffeemaschine funktioniert und die Einsatzzentrale im Rettungswagen Strom hat. Mit zwölf Ehrenamtlichen sind die Retter aus Leipzig, Magdeburg und Weißenfels im Einsatz - sie bereiten derweil ihre Hilfsstelle am Haupteingang vor.

Der Einsatzleiter des Sicherheitsdiensts, Jörg Noack, bewacht unterdessen den Eingang. „Am Mittag kamen schon die ersten Besucher, seitdem warten sie auf Einlass“, so Noack. 70 Sicherheitsleute sind im Einsatz.

Um 18 Uhr ist Einlass, um 20 Uhr ist Konzertbeginn. Hinter der Bühne kehrt derweil Ruhe ein. Die Vorband „Kaiser Franz Josef“ wartet auf den Soundcheck.

Samstag, 22.03 Uhr: Lauststärke immer im Blick

Seit einer Stunde steht Billy Idol auf der Bühne. Unbemerkt von der Besuchermenge steht Bruno Brauer abseits des Geländes mit einem großen Mikrofon, das er auf ein Stativ geschraubt hat. „Ich mache die schalltechnische Begleitung und ermittle, wie laut das Konzert ist. Der Veranstalter wertet die Daten später aus“, so der 18-Jährige.

Samstag, 22.45 Uhr: So schnell geht der Abbau

Das Hauptlicht der Bühne geht an, das Konzert ist vorbei. Die Besucher verlassen das Gelände. Sofort beginnen die Mitarbeiter mit dem Abbau.

Am Sonntag kommt um 9 Uhr die Stadtreinigung, eine Stunde später sind die Zäune weg - am 28. Juli werden sie für Joan Baez wieder aufgebaut. (mz)

Paul Zschornack ist Herr über mehr als 40 Scheinwerfer.
Paul Zschornack ist Herr über mehr als 40 Scheinwerfer.
Maximilian Mühlens
Mehr als einen Kilometer lang ist der Zaun, der aufgebaut wird.
Mehr als einen Kilometer lang ist der Zaun, der aufgebaut wird.
Maximilian Mühlens