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Bergschenke in Halle Bergschenke in Halle: Eine hallesche Berühmtheit nimmt den Betrieb wieder auf

Von Anja Herold 10.02.2016, 09:36
Das neue Restaurant in der Bergschenke heißt jetzt „Speiseberg“.
Das neue Restaurant in der Bergschenke heißt jetzt „Speiseberg“. Jens Schlüter Lizenz

Halle - Halles einst beliebtester Biergarten, die Bergschenke, hoch oben über der Saale auf einem Porphyrfelsen, liegt derzeit verwaist. Das liegt an der kalten Jahreszeit. Aber im angeschlossenen Restaurant, nun „Speiseberg“ mit Namen, ist nach der Schließung Weihnachten 2013 wieder Leben eingezogen.

Die Pächter des 7 000 Quadratmeter großen Komplexes sind drei junge Leute, die sich einiges vorgenommen haben. In Eigenregie und in Absprache mit dem Denkmalschutz haben Josephine Bilz, Tobias Neumann und der Koch Michael Winzer sich an die behutsame Renovierung des alten Gasthauses gewagt. Herausgekommen sind gemütliche, stilvolle Gasträume. Im Sommer soll dann auch ein Freisitz hinzukommen, der jedoch getrennt vom Biergarten betrieben wird. „Wenn wir das Essen aus der Küche erst in den Biergarten tragen müssten, wäre es kalt“, so Josephine Bilz.

Tanztheater, Bowlingbahn und Pension

Der große Jugendstil-Saal mit Platz für 250 Leute kann ebenfalls wieder genutzt werden. Ein Tanztheater findet sich regelmäßig dort ein, zur Zeit laufen Faschingsveranstaltungen. Auch die Bowlingbahn ist wieder geöffnet.

Und die Pension: Die vier Doppelzimmer sind nicht noch einmal renoviert worden. Sie hätten diese in sehr gutem Zustand übernommen, sagt Josephine Bilz. Die Sanitäranlagen seien völlig in Ordnung, die Zimmer seien schön, Deckenbalken darin. 65 Euro kostet die Übernachtung dort, allerdings seien sie nur telefonisch zu buchen.

Und dann betreiben die drei auch noch eine Catering-Firma. Das heißt, eigentlich fing damit alles erst an. „Wir haben damals ein passendes Objekt gesucht mit einer Großküche.“ Und dann, sagt Josephine Bilz, habe eines zum anderen geführt. Das Essen, das im „Speiseberg“ bestellt werden kann, ist ähnlich dem im Restaurant: besonders. Sauerkraut wird es dort selten geben. Und wenn, dann mit weißer Schokolade veredelt.

Allseits beliebtes Ausflugsziel

Somit findet also die lange Geschichte des Gasthauses eine Fortsetzung. Errichtet wurde es nach 1800, wenige Jahre später bereits zählte es zu den beliebtesten Ausflugszielen der Hallenser, besonders frequentiert von Studenten der Universität.

Damit war nach dem Krieg erst einmal Schluss: 1949 wurde es für viele Jahre in eine Einrichtung für Tuberkulose-Kranke umgewandelt. Zu DDR-Zeiten war die „Bergschenke“ der Biergarten Halles schlechthin, einen Platz dort zu ergattern an einem lauen Sommerabend war Glück. Nach der Wende änderte sich das: Die Betreiber wechselten, ganze Sommer verstrichen ohne die „Bergschenke“. Seit 1998 gehört der gesamte Komplex der Pensionskasse für die deutsche Wirtschaft. Der Versicherungsverein hat damals nach eigenen Angaben elf Millionen D-Mark in Sanierung und Umbau gesteckt. (mz)