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"Hallcube" in Halle "Hallcube" in Halle: Ein einzigartiger Werbeturm

Von Jörg Müller 15.12.2015, 22:03
Der Bau des Werbeturms stellte besondere Anforderungen an das Unternehmen.
Der Bau des Werbeturms stellte besondere Anforderungen an das Unternehmen. Privat/Schlüter (Rechts) Lizenz

Klostermansfeld - Er ist nicht jedermanns Sache, der neue Werbeturm namens „Hallcube“, der in Halle an der viel befahrenen Volkmannstraße steht. Auf zwei jeweils 160 Quadratmeter großen LED-Wänden läuft Werbung - Kritiker befürchten Unfälle, weil Autofahrer dadurch abgelenkt werden.

Größte LED-Wände Deutschlands

Was die Technik betrifft, ist der „Hallcube“ aber in jedem Fall einzigartig - nicht nur, weil es sich um die größten LED-Wände in Deutschland handelt. Beeindruckend ist vor allem das, was von außen nicht zu sehen ist: die Stahlkonstruktion in dem 22 Meter hohen Turm. Entworfen und gebaut hat den „Hallcube“ eine Firma aus dem Mansfelder Land: die Gosag Stahl- und Anlagenbau GmbH in Klostermansfeld. Das 1992 gegründete Unternehmen hat sich mit Industrie- und Gewerbebau bundesweit einen Namen gemacht. Das Projekt in Halle sei eine ganz besondere Herausforderung gewesen, so Volker Gorgas (62), Gründer und Geschäftsführer der Gosag, im Gespräch mit der MZ. „Wir mussten mit einer sehr hohen Genauigkeit arbeiten“, so Gorgas, „höher als im normalen Stahlbau.“

Die Konstruktion sei „hochgradig kompliziert“ gewesen, sagt der Diplom-Ingenieur. Das Tragwerk musste für die Projektionswände und die Windlasten ausgelegt werden. 150 Tonnen Stahl seien verbaut worden. Nach dem Entwurf sind in der Werkhalle in Klostermansfeld die einzelnen Stützen gefertigt worden. Daraus wurde dann vor Ort in Halle der Turm gebaut. Was auf Grund der beengten Platzverhältnisse auch besondere Anforderungen an die Logistik stellte. Die Gosag war nicht nur für die Stahlkonstruktion zuständig, sondern fungierte auch als Generalunternehmer - wie bei fast allen Projekten. „Der Turm ist für uns auf jeden Fall ein Referenzobjekt“, so Gorgas, der hofft, dass sich daraus weitere Aufträge ergeben. Bereits in Betrieb genommen wurde eine LED-Werbefläche an einem Hochhaus in Halle-Neustadt - auch dafür hat die Gosag die Konstruktion geplant und gebaut.

Bau von Unikaten

Das Unternehmen mit 30 Mitarbeitern ist vor allem im Industrie- und Gewerbebau tätig. Deutschlandweit realisiert die Firma Bürogebäude und Hallen sowie Spezialprojekte, wie zum Beispiel derzeit in der hessischen Stadt Nidderau. Dort entsteht das Einkaufszentrum Nidder-Forum - das von einer spektakulären „Sky Lounge“ gekrönt sein wird. Die Stahlkonstruktion für diese „Sky Lounge“ wird die Gosag liefern. Die Klostermansfelder Firma hat eine eigene Konstruktionsabteilung. „Alles, was wir bauen, sind Unikate“, sagt der Geschäftsführer.

Dank langjähriger Kontakte zu Planern und Bauherren sowie Mundpropaganda seien bislang immer genügend Anfragen hereingekommen. „Und ich bin auch für die Zukunft optimistisch“, so Gorgas. Auch deshalb, weil die Gosag an einigen „interessanten und innovativen Projekten“ arbeite - in Kooperation mit der Universität Magdeburg. Näheres könne er dazu aus Wettbewerbsgründen noch nicht sagen.

Große Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Nachwuchsgewinnung. Neben der Lehrlingsausbildung spielen dabei Ingenieure eine wichtige Rolle. Erstmals haben jetzt zwei junge Ingenieure im Unternehmen angefangen, die ein duales Studium an der Uni Magdeburg beziehungsweise der Fachhochschule Merseburg absolviert haben. Das heißt, dass sie parallel zu ihrem Studium bereits in der Firma gearbeitet haben. „Das ist der beste Weg, um Ingenieure frühzeitig an das Unternehmen zu binden“, so der Geschäftsführer. (mz)

Der Bau des Werbeturms stellte besondere Anforderungen an das Unternehmen.
Der Bau des Werbeturms stellte besondere Anforderungen an das Unternehmen.
Privat/Schlüter (Rechts) Lizenz