Kunstprojekt in der Askanische Straße 22 Kunstprojekt in der Askanische Straße 22: Eine besondere Adresse

Dessau/MZ - Askanische Straße 22. Keine auffällige Adresse in der Häuserzeile. Aber es ist die neue Adresse des Anhaltischen Kunstvereins. Hier ist ein neuer Ort des Zusammenkommens entstanden. Ein Ort für „Togetherness“.
„Togetherness“ ist der Titel einer Ausstellung, eines Projektes, mit dem sich Studierende der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Dessau nähern, Dessau entdecken, mit Dessau in Aktion treten, Kooperationen eingehen und diese im Prozess der Ausstellung weiter entwickeln. Dabei spielt die Askanische Straße 22 eine besondere Rolle. Nicht nur als Ausstellungsort fungiert sie, in den am Sonnabend um 16 Uhr zur Vernissage eingeladen wird. Diese Adresse ist auch zum Ort der künstlerischen Auseinandersetzung, der Interpretation, auch der Konfrontation geworden.
Empfindungen mit Pinsel und Farbe
Da ist die Arbeit von Christoph Görke. Ein Stadtmodell? Zumindest den Straßenverlauf der Askanischen hat der Studierende aufgegriffen, um ihn mit der Freienwalder Straße 31 in Berlin zu verbinden, mit dem Ort, an dem das Projekt bereits zu sehen war, seinen Anfang genommen hat. Denn Christoph Görke fordert auf, in seinem Modell die Empfindungen, die eigene Reflexion der Straße mit Pinsel und Farbe wiederzugeben. Da ist aber auch die Monitorskulptur „Fernsehturm“ von Christina Jendrzok und Martin Kilz, die das Drinnen im Kunstraum 22 mit dem Draußen vor der Askanischen Straße miteinander in einen Dialog treten lässt, die das Gefühl des sich gegenseitig Beobachtens aufgreift.
Das ist aber auch die Arbeit von Juliane Gebhardt und Sophia Werneburg, eine Sound-Installation, die den Titel „Askanische Straße 22“ trägt, die Zusammenhänge zwischen den gesammelten Fundstücken und Klängen assoziiert. Doch ist überhaupt zu hören, was zu sehen ist?
Die Studierenden haben noch weitere Anregungen in Dessau aufgegriffen. Etwa in der Foto-Video-Collage „Dreimal Stadtbad“ von Hanna Schönfelder und Ricky Thiel, die die Stadtbäder von Halle, Berlin-Wedding und Dessau in Beziehung setzt oder in installativen Zeichnungen „Triangulum“ von Wilma Bräutigam, Elisabeth Rändel und Julia Tiefenbach, die in der Nähe des Kunstraumes 22 die Bewegungen Rudern, Ballett und Frisbee aufgegriffen haben.
Projekt der Gesprächskunst
Schließlich sei aus der Fülle der Entdeckungen der 15 Studierenden noch der „Generationenkaffeeklatsch“ von Christina Jendrzok, Martin Kilz und ihrer Professorin Una Moehrke herausgegriffen. Aus Gesprächen mit Dessauern in Bus und Straßenbahn zu ihren Lieblingsorten ist eine Tischdecke mit Aufnahmen von diesen Stadtelementen geworden. An den Tisch im Vor-Ort-Laden, dem zweiten Ort der Ausstellung „Togetherness“ wird zum Gespräch beim Kaffee eingeladen, um auch dieses Projekt der Gesprächskunst weiter zu entwickeln.
