Bunter Tupfer im Dorfbild Bunter Tupfer im Dorfbild: Wartehalle sorgte schon für Anekdote
Werdershausen/MZ. - Jetzt haben die Werdershausener mit ihrer Wartehalle ebenfalls einen besonderen Blickfang. Schwenke konnte den Wörbziger Maler Rainer Beab dafür gewinnen, die Wände sowohl außen als auch innen zu gestalten, nachdem die Stadt zumindest für die Grundierung des Mauerwerks gesorgt hatte.
Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Die Rückseite zeigt den Werdershausener Ortseingang aus Richtung Cattau im Jahr 1923. Eine alte Postkarte diente Beab als Vorlage. An einer Seite befindet sich das Familienwappen derer von Werder, jener Familie, nach der Werdershausen benannt wurde. Auf der anderen Seite sind die ortsansässigen Vereine - der Werdershausener Carneval Verein, der Hundeverein und der Heimatverein - vermerkt. Und im Inneren der Halle sitzt eine kleine Gemeinschaft friedlich nebeneinander.
Die wartet allerdings nicht mehr auf den Bus, denn der hält jetzt an anderer Stelle. Doch wie Volker Schwenke erklärte, ist die Halle noch immer ein Treffpunkt. So warten hier die Werdershausener beispielsweise auf die fliegenden Händler, die regelmäßig im Dorf vorbeikommen.
Einen kleinen Gag hat sich Beab noch einfallen lassen: Zwischen den Wartenden sind noch ein, zwei Plätze frei. Wer will, kann sich der stillen Wartegemeinschaft hinzugesellen. So wie es Heike Gotsch getan hat. Die Sekretärin aus der Verwaltungsgemeinschaft war nach der Übergabe des neuen Spielplatzes in der Gröbziger Straße des Aufbaus auf Bitte der MZ für ein paar Minuten mit nach Werdershausen gekommen, um sich inmitten der Figuren fotografieren zu lassen. "Ich finde, die Wartehalle ist sehr hübsch geworden", lautet ihr Urteil.
Die Farbe war noch gar nicht richtig getrocknet, da rankte sich um Beabs Werk auch schon eine Anekdote. Otto Jahn, der in der Nähe wohnt, hatte den Maler immer mit Wasser für die Farben versorgt, erzählte Volker Schwenke. Eines Abends rief Jahn bei Schwenke an: "Du, Volker, der Maler ist fertig, aber er hat seine Tasche vergessen." Was natürlich nicht der Fall war: Die Tasche war auch auf die Wand gemalt worden. Aus einiger Entfernung wirkt sie aber täuschend echt.