Kur für ein altes Gemäuer
Stumsdorf/MZ. - Eine Vergabe-ABM und die entsprechenden Mittel von der Arbeitsagentur, Gelder vom Kreis, der Lotto-Toto-Gesellschaft, dem evangelischen Kirchenkreis Wittenberg und dem evangelischen Kirchenspiel Zörbig machten es möglich, das das Chor des Gebäudes saniert werden kann. Das Dach des Kirchenschiffes ist bereits neu und das des Turmes auch. Er ist der älteste Teil der Kirche überhaupt, habe einst ein flaches Dach gehabt und sei als Wehrturm gebaut worden, der von außen keinen Zugang hatte, erzählt Linge. Der Eingang sei von der Kirche her gewesen, dort, wo heute die Heizung steht.
1836 sei die Turmspitze vom Blitz getroffen und dabei vollkommen zerstört worden. "Bei der Erneuerung der Turmspitze wurde gleichzeitig der Turm erhöht und das Dach in chinesischer Form errichtet. Doch auch das war mit der Zeit marode geworden und konnte 1995 erneuert worden. Nun war nur noch das Dach vom Kirchchor neu zu decken.
Und das ist vor wenigen Wochen geschehen. Ihren Anteil daran haben auch die drei Mitarbeiter, die für die Zeit der Sanierung bei der bauausführenden Firma in Lohn und Brot stehen. Der gelernte Dreher Herbert Herrmann aus Stumsdorf ist froh darüber. Endlich kann er wieder einmal zeigen, wie geschickt seine Hände sind. Architekt Reinhard Moczko vom baubegleitenden Planungsbüro aus Halle lobt nicht nur die Einsatzbereitschaft der drei Leute, sondern auch ihr handwerkliches Geschick. Und das sei bei einem historischen Gebäude mehr als wichtig. Denn überall sei feinste Handarbeit gefragt.
Vieles wurde in den Jahren am altehrwürdigen Gemäuer verändert und umgebaut, meint Linge. Damit meint er aber nicht die Modernisierungsarbeiten, sondern bauliche Veränderungen. "Auch diese Fenster weisen nicht mehr den Originalzustand aus, weil romanische Fenster viel schmaler sind", zeigt der Chronist auf die Arbeit von Herbert Herrmann, der die feinen metallischen Unterteilungen in den Scheiben neu verkittet und den Holzrahmen abschleift. Dabei hat der 54-Jährige ein Lächeln auf dem Lippen. Man sieht, ihm macht die Arbeit Freude.