Krippenspiel in Gräfenhainichen Krippenspiel in Gräfenhainichen: Christi Geburt stand im Mittelpunkt
Gräfenhainichen/MZ. - Schon traditionell zweigeteilt ging es auch in diesem Jahr zum Heiligen Abend in der spätgotischen St. Marien Kirche zu.
Während der 18 Uhr Gottesdienst mit der Predigt des Gemeindepfarrers Eduard Kindler begleitet vom gemischten Chor der Kirchengemeinde überwiegend den Erwachsenen galt, stand zwei Stunden zuvor das Krippenspiel im Mittelpunkt.
In gewohnt akribischer Weise hatte Diakon Martin Besen sein "Ensemble" (Schülerinnen und Schüler der vierten bis achten Klasse) auf diesen weihnachtlichen Höhepunkt vorbereitet und war schon vorweg voll des Lobes: "Toll was die Mädchen und Jungen bei den Proben und der Generalprobe vorige Woche in Zschornewitz in den eiskalten Kirchen geleistet haben", sagte er zur MZ.
Textsicher und mit mikrofonischer Unterstützung bewältigte ein jeder seine Rolle mit Mut und Können. Musikalisch umrahmt wurde das Krippenspiel durch den gemeinsamen Gesang bekannter Weihnachtslieder, begleitet von Johannes Jaekel an der Orgel.
Um die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium - Bibelleser Desire Kleinwechter und Franziska Kostorz, mit dem Originaltext - rankte sich ein gut verständlicher, nachdenklicher aber auch schmunzelanregender Text mit den in der Heiligen Schrift genannten Hauptpersonen:
Maria (Alexandra Bon) und Josef (Franka Hosan), die drei Könige Kaspar (Sarah Bonetz), Melchior (Jessy Krause) und Balthasar (Anna Worms), die Hirten (Nils Gonsior, Michael Höhne, Patrick Schröder), der Herbergswirt (Michael Gerlach), den beiden Volkszählern Michael Hauke und Ulrike Worms sowie natürlich den Engeln (Tina Knape, Angie Meyer und Kathleen Klopffleisch).
Einer von ihnen nannte einleitend, worauf sich die etwa 300 Kirchenbesucher freuen durften: "Wir wollen euch vorspielen, wie es damals war in der Heiligen Nacht."
In seiner Kurzpredigt wies Besen auf die in unserer Zeit gestiegene Bedeutung eines Spiegels hin: "Das Aussehen steht hoch im Wert." Aber wie ist es denn mit dem "inneren Menschen" fragte der Diakon. "Schade, dass es keinen Seelenspiegel gibt" meinte er nicht ohne zu schlussfolgern "aber sind wir nicht ganz froh darüber?"
Eigentlich bräuchten wir so einen Seelenspiegel, denn schließlich ginge es um unsere innere Perspektive. Und da gebe es Fragen über Fragen. Besen nannte schwierige mit ja oder nein zu beantwortende weltpolitische Probleme und ganz persönliche menschliche Sorgen.
Mit dem gemeinsamen Gesang des dreistrophigen "Stille Nacht, heilige Nacht" endete der Heiligabend-Gottesdienst 2001.