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Imkerei in Burgkemnitz Imkerei in Burgkemnitz: Neues Haus für die Königin

Von michael maul 15.07.2013, 18:23
Axel Mitzka (Mitte) erläutert den neuen Bienenstock.
Axel Mitzka (Mitte) erläutert den neuen Bienenstock. michael maul Lizenz

burgkemnitz/MZ - Ein Bienenstock mitten im Ort? Ist das nicht gefährlich? Können unsere Kinder dann an dieser Stelle noch spielen?

Fragen, die Peter Gunia vom Heimat- und Naturverein Burgkemnitz und Imker Wolfgang Spindler entkräften können. Mit dem am Sonnabend auf dem Platz der Jugend in Burgkemnitz eingeweihten Bienenstock wolle man völlig neue Wege beschreiten, sagt Vereinsvorsitzender Gunia. „Was hier etwas futuristisch aussieht, erfüllt einen sehr guten Zweck“, sagt er.

Neben dem eigentlichen Bienenstock befindet sich ein schornsteinartiger Ein- und Ausflug an der Anlage, der es den Bienen ermöglicht, in 2,50 Meter Höhe ungehindert und ohne den Menschen zu stören zu ihrem Heim zu gelangen. So könne man ohne Angst zu haben, durch ein Schauglas die Bienen beim Ein- und Ausfliegen beobachten. Gerade Kindern biete diese Art des Bienenstocks die Möglichkeit, die fleißigen Insekten ohne Scheu zu beobachten.

Neu ist diese Art des Bienenstockes nicht ganz. Im Jahr 2010 haben französische Imker diese „sichere Bienenbeute“, genannt BEE-Pass, entwickelt. Seither hat sie sich auch in anderen Landesteilen Frankreichs einen festen Platz erobert. Der erste Stock dieser Art in Deutschland wurde im vorigen Jahr im Park der Gutsscheune in Schwemsal aufgestellt. „Nach Burgkemnitz werden demnächst in Möhlau und Pretzsch noch weitere Bienenhäuser dieser Art stehen“, ergänzt Axel Mitzka von Verein Dübener Heide.

„Es ist ein Bienenhaus zum Anfassen“

„Für die Burgkemnitzer Heimatfreunde ist die Einweihung eine ganz besondere Freude. Sie haben diesen Stock selbst nach der französischen Anleitung gebaut“, sagt Gunia. Parallel dazu sei es natürlich wichtig, so Mitzka, dass man den Bienen auch die Möglichkeit zum Arbeiten gibt. So habe man immer neben den Stöcken so genannte Blühwiesen angelegt, auf denen das ganze Jahr über die unterschiedlichsten Pflanzen blühen. So auch in Burgkemnitz, wo es zwar anfangs Irritationen über die wachsenden Blumen gab. Heute weiß man, wozu die Blumen dort sind.

„Es ist ein Bienenhaus zum Anfassen“, bezeichnet es Imker Wolfgang Spindler, der in Burgkemnitz in Sichtweite des Stockes wohnt und ihn auch betreut. Seit neun Jahren betreibt er dieses Hobby und kann zurzeit zehn Völker sein Eigen nennen.

Für Herbert Stiller, den stellvertretenden Vorsitzenden des Imkervereins Bitterfeld, ist dieser Stock mittel im Ort auch ein Zeichen für mehr Hinwendung zu den Bienen. Ob es nun Einstein war oder nicht, der den Satz prägte: „Wenn die Biene stirbt, hat der Mensch noch vier Jahre“ – viel Wahres sei dran, sagt der Imker. „Der Honig, den die Bienen produzieren, ist eigentlich ein Nebenprodukt, vergleicht man damit die Bestäubungsleistung in der Natur, die von den Völkern erbracht wird“, erklärt Herbert Stiller. Es ist also die Natur, die von den fleißigen Tieren profitiert. Je mehr Völker den vielen Pestiziden auf den Feldern trotzen und dann noch die Attacken der Varoamilbe überstehen, um so mehr ist das Wachstum in der Natur garantiert.

„Hier bei uns in Burgkemnitz ist alles Bio und die Bienen können ohne Schaden zu nehmen ungehindert ihrer Sammel- und Bestäubungstätigkeit nachgehen“, freut sich Peter Gunia.