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Gucken, gackern und gurren

Von Ulf Rostalsky 13.01.2008, 18:09

Zörbig/MZ. - Gut 75 Mal sei das in der Vergangenheit der Fall gewesen, meint Vereinsvorsitzender Günther Heilemann. In 102 Jahren Geschichte hätten nur Kriegswirren oder Sperren wegen irgendwelcher gerade akuter Tierkrankheiten der Tradition einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mit letzteren hatten die Zörbiger in diesem Jahr nicht zu kämpfen. "Zum Glück", sagen sie und erinnern sich noch an die sehr strengen Auflagen zur Geflügelhaltung im Zusammenhang mit der Vogelgrippe. Zwar gebe es noch die eine oder andere immer wieder kontrollierte Vorschrift. Aber alles in allem laufe es in Zörbig und Umgebung derzeit optimal, so Heilemann.

Das macht Heilemann auch an der Qualität der zur Ausstellung gezeigten Tiere fest. 68 Zuchtfreunde aus Anhalt-Bitterfeld und dem Saalekreis waren nach Zörbig gekommen, im Gepäck hatten sie insgesamt 412 Tiere - 60 Hühner und Enten, 114 Zwerghühner und 238 Tauben. "Wir sind schon eine Taubenhochburg", sagt der Zörbiger Horst Hölzl.

Aber das Plus der Ausstellung sei die Vielfalt, sagt er. Tiere in unterschiedlichsten Rassen und Farbschlägen - für jedermann etwas. Dabei wird auch besonderes Augenmerk auf die Qualität gelegt. Neun Mal griffen die Preisrichter am Wochenende zur Höchstnote "vorzüglich". Stolz könne man da schon sein, betonen die Gastgeber, die im Rennen um Preise und Pokal sehr gut dabei waren. Den Landesverbandsehrenpreis für das beste Tier der Ausstellung holte allerdings keiner der Hausherren. Über die Ehrung konnte sich Heinz Hieronymus freuen. Der Roitzscher überzeugte mit seinen Giant Homer-Tauben in blauschimmel alle Preisrichter. "Respekt", sagt Günther Heilemann und weist darauf hin, dass die Schau zum Jahresauftakt auch der Zeitpunkt für die Kür der Vereinsmeister ist.

In die interne Wertung müssen Zörbiger Züchter die Ergebnisse von drei Ausstellungen und der eigenen Schau einbringen, der Mittelwert wird bei der Meisterkür herangezogen. Ganz oben auf dem Treppchen standen in diesem Jahr Fritz Westphal und Manfred Klix. Den Horst-Richter-Gedächtnispokal bekamen Werner Krause und Horst Hölzl.

Dem Zörbiger Verein ist die Jugend ausgegangen. 32 Mitglieder sind derzeit aktiv, ein Jugendlicher zählt noch zu den Züchtern, hat aber keine Tiere mehr. Interessenten sind deshalb bei Vereinstreffen jeden ersten Freitag im Monat im Gartenlokal "Gute Hoffnung" gern gesehen.