Gesundbrunnen in Burgkemnitz Gesundbrunnen in Burgkemnitz: Quelle soll wieder sprudeln

Burgkemnitz - Eine lange Geschichte rankt sich um den Gesundbrunnen in Burgkemnitz, der jetzt im Rahmen eines Projektes der Europäischen Union saniert wird. Wegen der Grundwasserabsenkung durch den Kohlebergbau war die einstige Quelle versiegt, nun soll sie bald wieder sprudeln. Auch die Ummauerung ist in einem sehr schlechten Zustand, so dass dort erheblicher Reparaturbedarf besteht. 17 Freiwillige aus Island und Rumänien, die sich für das Projekt beworben haben, möchten bei der Restaurierung mithelfen.
Die EU bezahlt die Hälfte
„Was einfach klingt, ist mit den Jahren immer komplizierter geworden“, erzählt Peter Gunia. Er ist der Vorsitzende des Burgkemnitzer Heimat- und Naturvereins. Schon im vergangenen Jahr habe man sich Gedanken gemacht, wie man den defekten Brunnen wieder in Schuss bringen könne - und wie man die Arbeiten finanziert. Doch erst der Kontakt zum Bildungshaus Heideland in Pressel (Dübener Heide) habe den entscheidenden Anstoß gegeben. „Durch Peter Kaiser vom Bildungshaus haben wir von dem EU-Projekt erfahren und sind in die Förderung gekommen.“ Immerhin werden 50 Prozent der Gesamtsumme von der EU beigesteuert. Nun könne man mit den Arbeiten starten, freut sich der Burgkemnitzer. Dabei hilft auch der Eigentümer des Waldes, in dem die Quelle liegt - der Forstbetrieb Sedlmayer. Mit dem Holz, das dem Projekt zur Verfügung gestellt werde, könne man die beiden Schutzhütten in der Nähe des Brunnens wieder reparieren.
„Wir haben schon ein kleines Rinnsal entdeckt“, sagt Peter Kaiser und zeigt auf den Wasserlauf, der neben dem eigentlichen Brunnen entlang in Richtung Kirschalleegraben fließt. „Wenn wir es jetzt noch schaffen, das Wasser wieder in den Brunnen zu leiten, ist der Urzustand hergestellt“, blickt Gunia voraus. Dazu soll nun ein kleiner Zulauf in den Brunnen gebaut werden, der dem aus der Erde austretenden Quellwasser die Richtung vorgibt.
Verständigung mit Händen und Füßen
Um das zu realisieren, haben sich die 17 Frauen und Männer der europaweiten Arbeitsgruppe ans Werk gemacht. Sie hämmern und sägen, schleifen und graben, um zum einen die Hütten wieder in Schuss zu bringen und zum anderen den Brunnen erneut zu einer Attraktion zu machen. Es sei viel zu tun, denn der Zahn der Zeit und auch Vandalismus haben dem Bauwerk mächtig zugesetzt. Doch schon jetzt seien erste klare Konturen zu erkennen. Das mache Hoffnung, so Gunia. Doch wie verständigt man sich in solch einem internationalen Team? „Das funktioniert mit Händen und Füßen, ein paar Englischkenntnissen und einem Dolmetscher“, sagt Gunia. Da man wisse, was man wolle, seien große Diskussionen unnötig.
„Wie schon aus dem Namen des Brunnens zu erkennen ist, werden ihm heilende Kräfte zugesprochen“, blickt der Mann vom Heimatverein in die Geschichte. „Es heißt, ein verwundeter Soldat soll im 16. oder 17. Jahrhundert von diesem Wasser getrunken haben und wieder gesund geworden sein.“ Wann wieder so viel Quellwasser fließt, dass man davon trinken kann, weiß Gunia aber nicht.
