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Ein Boot zum Falten Ein Boot zum Falten: So entstehen die berühmten Poucher Boote

07.10.2018, 10:00
Geschäftsführer Helmar Becker leitet die Geschicke des Bootherstellers.
Geschäftsführer Helmar Becker leitet die Geschicke des Bootherstellers. Andreas Stedtler

Pouch - Seit 65 Jahren werden Faltboote unter dem Namen Pouch gebaut. Zu DDR-Zeiten produzierten fast 70 Mitarbeiter rund 7000 Boote jährlich. Heute sind es zwar nur noch etwa hundert Boote und sieben Mitarbeiter, doch die Kultboote haben die Wende überlebt und werden auch heute noch in Handarbeit gefertigt. Welche Schritte nötig sind, damit ein Faltboot entsteht, hat sich die MZ angeschaut.

Der Aufbau eines Poucher Faltbootes dauert für Geübte nur acht Minuten. Anfänger schaffen es in 20 bis 30 Minuten. Je nach Bootstyp müssen etwa 20 Teile zusammengebaut werden. Jedes Boot passt in zwei Taschen: eine für die Bootshaut und eine für das Gerüst. Je nach Modell ist die längste Seite der größeren Tasche mit dem Gerüst zwischen 1,20 und 1,70 Meter lang. Das Boot passt so in die meisten Autos. Das günstigste Faltboot kostet 2700 Euro.

Die Kultboote haben eine bewegte Firmengeschichte mit schon sechs Namenswechseln. Der heutige Geschäftsführer der PFB Faltboot GmbH, Helmar Becker, hat sich 1996 bereits die Rechte an der Herstellung einer weiteren DDR-Marke gesichert: der Segeljolle Ixylon. Die wird heute ebenfalls am Standort in Bitterfeld gefertigt.

6000 der jährlich 7000 Faltboote, die zu DDR-Zeiten gefertigt wurden, waren für den Export bestimmt. Der Abenteurer und Buchautor Achill Moser durchpaddelte mit einem Poucher Boot Afrika auf Niger und Nil. (mz/aga)