Diakoniehof Rackith Diakoniehof Rackith: Geflügelzucht ist der Renner
Rackith/MZ. - Eigentlich könnte Gottfried Keller gleich im Hühnerstall bleiben. Denn kaum hat er eine Führung beendet, kommt schon die nächste Anfrage. Von Fabienne zum Beispiel. "Wann können wir denn zu den Tieren?" will sie wissen. "Gleich", antwortet der Pfarrer in Rente und schlägt vor, noch ein paar Kinder zu holen, damit sich die Expedition lohnt.
Trotz des Regens, der so beständig vom Himmel pladdert wie Gottfried Keller seine Runden durch den Stall dreht, sind am Sonntag etliche Besucher der Einladung zum Sommerfest gefolgt und früher oder später bei den Hühnern gelandet. Dort sind die 750 Legehennen von der Sorte Lohmann braun das derzeitige Prestige-Projekt.
Dies gilt um so mehr, als die Mitarbeiter der Einrichtung den zehn mal 15 Meter großen Stall selbst gebaut haben, was so einfach nicht war, da es strenge Vorgaben der Bioverbände einzuhalten galt. So stehen beispielsweise jeder Henne 18 Zentimeter Sitzstange nebst Futternapf und Trinknippel zu. Und selbstverständlich haben sie in den Familiennestern ausreichend Platz, nicht zuletzt um dort ihre Eier zu legen. "550 bis 600 Eier sind das pro Tag", berichtet Gottfried Keller nicht ohne Stolz.
Zum Prunkstück, das der Stall ist, zählt zudem ein 3 000 Quadratmeter großer Auslauf, weswegen der Slogan von den "glücklichen Hühnern", mit dem der Diakoniehof im Internet wirbt, durchaus zutrifft. Großen Wert legen die Betreiber schließlich auf die Fütterung. "Unser Futter stammt aus der Futtermühle in Trossin. Es ist geprüft und in Ordnung", so Keller, der übrigens einmal in der Woche höchstpersönlich auf dem Wittenberger Markt steht und die Eier der Rackither Lohmann-Zucht anbietet. Um künftig effizienter zu arbeiten, wird gegenwärtig ein Schlachthaus gebaut. Bislang wurden die Tiere, darunter auch Kaninchen, Enten und Gänse, zu einem Schlachter gebracht. "Dadurch hat sich die Arbeit für uns kaum gerechnet", erklärt Keller. Der macht ansonsten einen zufriedenen Eindruck, da das soziale Öko-Projekt Diakoniehof gut angenommen wird. Im Moment finden 20 Leute in wechselnder Besetzung eine Beschäftigung, unter ihnen Langzeitarbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Jugendliche ohne Ausbildung.
Diakoniehof Rackith, Tel. 03 49 27/20 692 oder